Erste Hilfe bei Prüfungsangst – klopfen und ganz gelassen in die Prüfung gehen

Prüfungen oder Prüfungssituationen gibt es im Leben immer wieder. Mal heißen sie wirklich so, oft fühlen sich Situationen auch nur so an.

Der erste Tag im neuen Job, die „Vorstellung“ bei der Familie des neuen Partners, eine neue Software, die bedient werden möchte… heißt nicht Prüfung, fühlt sich aber ähnlich an.

Aber es gibt auch richtige Prüfungen: Abiturprüfung, Gesellenprüfung, Heilpraktikerprüfung, Meisterprüfung, eine (wichtige) Arbeit in der Schule…

Ich erinnere mich dabei noch gut an meine mündliche Gesellenprüfung…
Abgesprochen bzw. angekündigt war, dass die Prüflinge in der Reihenfolge dran kommen, wie sie dasitzen. Da ich zwischen 2 Jungs saß, hatte ich noch Zeit, bis mein erster Kollege die Prüfung hinter sich hat. Puh. Durchatmen, mich an die Situation gewöhnen, Aufregung abschütteln.
Dann sagte plötzlich ein Prüfer: Ladies first!
Shit… darauf war ich gar nicht eingestellt.
Ich stand auf, beantwortete die ersten Fragen und merkte: man… was für einen Mist erzählst du da? Das stimmt hinten und vorne nicht… Ich wurde immer langsamer, bis ich schließlich ganz aufhörte zu reden.

Einer der 3 Prüfer schaute mich an und sagte: na, Sie sind aber sehr aufgeregt, was? Ich nickte nur.
In dem Moment wurde mir bewusst, dass ich einen völligen Blackout hatte. Selbst mein eigener Name fiel mir nicht mehr ein. Das war wirklich krass.

Ich durfte mich wieder setzen und für mich war klar: durchgefallen!

Enttäuschung machte sich breit, aber ich wurde auch entspannter. Die Aufregung war futsch, weil die Prüfung „durch“ war.
Mit einem Ohr verfolgte ich die Fragen an meine Kollegen und dachte: was für ein Pipifax. Die Fragen kann ja jeder beantworten.

Als die Jungs fertig waren, wurden mir noch mal Fragen gestellt. Die Beantwortung ging mir locker von der Hand. Es ging ja um nichts mehr. Einmal stellte ein Prüfer mir auch eine Fangfrage, die ich gut gekontert habe.

Dann wurden wir rausgeschickt, damit die Prüfer sich über die Zensuren austauschen konnten.

Als es dann darum ging, das Ergebnis der mündlichen Prüfung zu erfahren, war ich super überrascht zu hören, dass ich bestanden hatte. Für mich war die Prüfungssituation ja schon längst vorbei gewesen und ich hatte mich innerlich schon auf eine Extrarunde eingestellt.
Natürlich habe ich mich gefreut wie Bolle.
Meine Kollegen waren mit meiner 3 nicht einverstanden und meinten, das hätte mindestens ne 2 sein müssen, aber die hatten keine Ahnung, wie unwichtig die Zahl für mich war. Ich hatte bestanden!!! Tschakka.

Von daher kann ich dich gut verstehen, wenn du Prüfungsangst hast oder zumindest feuchte Hände bekommst, wenn so ein Termin ansteht.

Was kannst du dagegen tun?

​Tja… da hast du die Qual der Wahl, denn es gibt unzählige Möglichkeiten, wie du das Thema angehen kannst. Zwei davon stelle ich dir heute vor.

Wichtig ist: such dir raus, was FÜR DICH passt. Und MACH DAS AUCH!!!

Theorie hilft dir in diesem Fall wenig weiter.
Der Termin der Prüfung wird näher rücken und mir ist noch nicht zu Ohren gekommen, dass eine Angst „von sich aus einfach so“ besser wurde.
Also geh sie bitte an, damit du in der Prüfung zeigen kannst, was in dir steckt.

Wenn du Panik schiebst, dann KANNST du nicht klar denken.

Das ist vom Körper so erwünscht. Da wird alles getan, um das Überleben zu retten. Kampf, Flucht oder im Zweifel Erstarren. Alles, was damit zu tun hat, hat Priorität. Es geht um alles oder nichts.

Überleg dir bitte:

Was ist für mich das Schlimmste an der Prüfung?

Welche Situation spielt sich vor meinem inneren Auge immer ab?
Was ist FÜR DICH das worst-case-Szenario, das Schlimmste, was passieren könnte?

Das kann wirklich ALLES sein!
Du hast Angst, dass du gerade in dem Moment auf die Toilette musst
Du hast Angst, dass du anfängst zu stottern
Du hast Angst, dass dir der Stoff nicht einfällt
Du hast Angst vor einem Blackout
Du hast Angst, es nicht perfekt zu machen
Du hast Angst, nur eine 3 zu schreiben
Du hast Angst, dass dir schlecht werden könnte
Du hast Angst, dass Stoff abgefragt wird, den du gar nicht im Unterricht hattest
Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Natürlich kannst du „diese Prüfungsangst“ oder „meine Prüfungsangst“ klopfen (oder mit anderen Methoden bearbeiten), aber es wird dir mehr helfen, wenn du spezifisch bist.

Was ist deine größte Angst?

Das ist das, was wir beim klopfen / EFT Aspekt nennen. Die Prüfungsangst hat sicher verschiedene „Unterthemen“ oder Aspekte. Und davon suchst du dir einen aus.

Wenn du es dir zutraust, dann fang mit dem Größten an.
Wenn du unsicher bist, dann fang mit etwas Kleinem an.
Wenn du dir unsicher bist, ob du das überhaupt alleine angehen solltest, dann lass es bitte und hol dir Hilfe!
Schreib mich an oder wende dich an einen der unzähligen anderen Anbieter. Aber TU WAS!

Wie gehen wir jetzt genau vor?
Ich nehme als Beispiel, dass du Angst hast, dass dir der Stoff im entscheidenden Moment nicht einfällt.

Wie groß ist diese Angst auf der Skala von 0 bis 10, wenn 0 bedeutet, dass es dich kalt lässt und 10 nicht mehr auszuhalten ist? Schreib diese Zahl bitte auf und hol dir ein Glas Wasser, damit du während der Übung immer was trinken kannst.

Klassisches EFT:

HK: Auch wenn ich solche Angst habe, dass mir der Stoff im entscheidenden Moment nicht einfällt, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.
Auch wenn ich solchen Schiss habe, dass mir die richtigen Worte fehlen, wenn es drauf ankommt, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.
Auch wenn ich einen Riesenbammel habe, dass mir der Stoff nicht einfällt, bin ich okay, wie ich bin.

AB: meine Angst, dass mir der Stoff nicht einfällt
SA: meine Angst
UA: was mache ich, wenn ich versage?
UN: ich hab solche Angst, dass mir der Stoff dann nicht einfällt
UL: wie peinlich, wenn ich die Fragen nicht beantworten kann
SB: man wir mich für blöd halten
UArm: meine Angst, dass mir die richtigen Worte fehlen
Kopf: meine Angst, dass mir der Stoff nicht einfällt

AB: meine Angst, Fehler zu machen
SA: meine Angst, nicht die richtigen Worte zu finden
UA: man, wäre das peinlich…
UN: ich will nicht verkacken
UL: ich hab so einen Schiss
SB: diese Scheiß Prüfung…
UArm: was mache ich bloß, wenn mir der Stoff nicht einfällt?
Kopf: meine Angst

Und jetzt du:

AB:
SA:
UA:
UN:
UL:
SB:
UArm:
Kopf:

Wichtig ist es, das zu nehmen, was in dir auftaucht!
Alle Gedanken, die dir in den Kopf kommen, einfach aussprechen und weiterklopfen.

Du hast gemerkt, dass die Worte nicht immer hübsch formuliert sind, aber das sind die Gedanken meist auch nicht. Nimm das, was du denkst. Wenn du denkst: man, wie kann ich so bescheuert sein, dann sag und klopft das und überleg nicht, wie du das „in schön“ formulieren könntest.
Nicht lange nachdenken und sezieren. Machen!

Wenn du das Gefühl hast, es geht dir damit besser, dann atme tief durch und geh noch mal in die Situation, die du gerade bearbeitet hast.
Wie geht es dir jetzt damit? Welchen Wert hat sie auf der Skala von 0-10?

Das machst du so lange, bis der Wert auf 0 ist.
Dann gehst du zum nächsten Aspekt. 😉

Nicht erschrecken, wenn du eine lange Liste hast. Je mehr Aspekte du geklopft hast, desto „weniger schlimm“ werden auch viele Aspekte, die du noch nicht extra bearbeitet hast. Manche verschwinden vielleicht auch ganz. Einfach so.

Zum Vergleich zeige ich dir noch, wie man sich dem Thema mit Positiv EFT nähern würde.

Beispiel: Du hast Angst, dass dir der Stoff nicht einfällt.

Wie groß ist diese Angst auf der Skala von 0 bis 10, wenn 0 bedeutet, dass es dich kalt lässt und 10 nicht mehr auszuhalten ist? Schreib diese Zahl bitte auf.

Frag dich: was brauche ich JETZT, damit ich diese Angst überwinden oder loslassen kann?
Was hilft mir JETZT, dass es mir mit der Situation besser geht und ich mich besser fühle?

Und das klopfen wir.

Das kann wirklich ALLES sein. Lass deiner Fantasie freien Lauf!
Hier ein paar Beispiele:
Mut
Zuversicht
Vertrauen in mich
Vertrauen in meine Fähigkeiten
ein Wunder
das Wissen des Prüfers
das Wissen aus all meinen Unterlagen jederzeit verfügbar
Superman
einen Engel an meiner Seite
Wikipedia in meinem Kopf
einen Sonnenstrahl im Herzen
meinen Hund / meine Katze /…
meinen Partner / eine Freundin / einen Promi
einen Bergsee
eine frische Frühlingsbrise

Ich suche mir „das Wissen aus all meinen Unterlagen jederzeit für mich verfügbar“ aus.

Klopf an jedem Punkt so lange, bis du von selbst durchgeatmet hast.

Herzheilungshaltung: Das Wissen aus all meinen Unterlagen ist jederzeit für mich verfügbar.
Das gesammelte Wissen aus all meinen Unterlagen ist immer da, wenn ich es abrufen möchte.
Ich habe das Wissen aus allen Unterlagen in mir gespeichert und kann es jederzeit abrufen.

(Es reicht, wenn du an den Punkten „dieses Wissen“ oder „das ganze Wissen“ / „mein ganzes Wissen“ sagst.
Mir ist das zu langweilig, daher variiere ich.)

Kopf: dieses Wissen
drittes Auge: das ganze Wissen für mich
AB: jederzeit verfügbar
SA: es ist immer für mich da
UA :das gesamte Wissen
UN: das ganze Wissen für mich
UL: alle Unterlagen und Daten sind in meinem Kopf
SB: das ganze Wissen ist in meinem Kopf gespeichert
Daumen: alles in meinem Kopf
Zeigefinger: ich weiß das alles
Mittelfinger: und ich erinnere mich auch dran, wann immer ich will
Ringfinger: das ganze Wissen
kleiner Finger: dieses Wissen
Kopf: ich kann immer an dieses Wissen dran

drittes Auge: das ganze Wissen für mich
AB: immer da, wenn ich es brauche
SA: das geballte Wissen
UA: alle Daten
UN: alle Fakten
UL: alles in meinem Kopf gespeichert
SB: ich kann es jederzeit abrufen
Zeigefinger: immer, wann ich will
Mittelfinger: es ist einfach da
Ringfinger: das ganze Wissen
kleiner Finger: mein ganzes Wissen
Kopf: das ganze Wissen.

JETZT DU!

drittes Auge:
AB:
SA:
UA:
UN:
UL:
SB:
Zeigefinger:
Mittelfinger:
Ringfinger:
kleiner Finger:
Kopf:

Herzheilungshaltung: Das Wissen aus all meinen Unterlagen jederzeit für mich verfügbar.
Das gesammelte Wissen aus all meinen Unterlagen ist immer da, wenn ich es abrufen möchte.
Ich habe das Wissen aus allen Unterlagen in mir gespeichert und kann es jederzeit abrufen.

TIEF DURCHATMEN

Wie geht es dir damit, dass du Angst hast, dass dir der Stoff nicht einfällt?
Wie ist der Wert auf der Skala? Notiere die Zahl bitte jetzt.

Bei Energy EFT und Positiv EFT geht die Skala von -10 (schlimmstes Gefühl) über 0 (neutral) bis hin zu +10 (Ekstase).

Nehmen wir an, das war vorher eine 8 (auf das +EFT Skala eine -8) und ist jetzt eine 2 (auf das Positiv EFT Skala eine -2).
Dann fragst du dich wieder:
Was brauche ich JETZT, damit ich diese restliche Angst überwinden oder loslassen kann? Was hilft mir JETZT, dass es mir mit der Situation besser geht und ich mich besser fühle?

Und das klopfst du dann. Es kann sein, dass wieder das gleiche aufkommt (Das Wissen aus all meinen Unterlagen jederzeit für mich verfügbar), es kann aber auch etwas ganz anderes kommen, wie z.B. der Gedanken an eine Sonnenblume.
Dann klopfst du Sonnenblumen – Energie für mich, ich wähle Sonnenblumenenergie usw.

Du klopfst so lange, bis du auf +10 bist.
Dann wirst du es kaum erwarten können, die Prüfung endlich abzulegen und vor Energie und guter Laune sprühen.
Klopf zumindest so lange, bis du dich mit dem Gedanken an die Prüfung ABSOLUT GUT fühlst.

Wenn du Bedenken hast, dass deine Leichtigkeit und Lockerheit in der Prüfung schon wieder verflogen ist, dann klopf bitte auch unbedingt diesen Zweifel!

Wenn du magst, dann schau dir auch diesen Blogbeitrag an.
Dort erkläre ich dir, wie du klopfen kannst, ohne dass es jemand sieht. Ich habe es am Beispiel Kopfschmerzen erklärt, aber es funktioniert bei allen Themen gleich gut.

In diesem Video zeige ich dir, wie du die Fingerpunkte klopfen kannst. Das fällt überhaupt nicht auf, hilft aber ungemein.

Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, etwas zu tun, damit eine bevorstehende Prüfung ihren Schrecken verliert, aber probiere doch diese beiden Sachen erst einmal aus (oder das, was dich mehr anspricht) und lass mich wissen, wie es dir damit ergangen ist.

Wie hat sich deine Prüfungsangst verändert?
Wie geht es dir jetzt, wenn du an die Prüfung denkst?
Welcher innere Film läuft ab?

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2016-07-29T07:38:47+00:00

2 Comments

  1. Magda 28. Januar 2017 um 09:28 Uhr - Antworten

    Interessanter Artikel, das muss ich auch mal ausprobieren.
    Bei mir hat Hypnose gegen die Prüfungsangst geholfen. In der Therapie stellte sich heraus, dass meine Prüfungsangst auf ein Erlebnis in der Grundschule, das ich bewusst schon lange vergessen hatte, zurückzuführen ist.
    Gedanklich haben wir diese Situation dann einige Male durchgespielt und aus Angst wurde Mut.
    Kann ich sehr empfehlen 🙂

    • Michaela Thiede 28. Januar 2017 um 12:05 Uhr - Antworten

      Liebe Magda,

      Hypnose ist natürlich auch immer ein gutes Mittel.
      Ein „Nachteil“ ist, dass man dazu meist ein Gegenüber braucht. „Klopfen“ geht oft auch alleine.
      Wichtig ist, dass man weiß, dass es viele verschiedene Wege gibt, um etwas zu verändern.

      Es ist doch immer wieder spannend, welche (oft rückblickend kleine) Auslöser eine große und dauerhafte Wirkung haben können.

      Liebe Grüße
      Michaela

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