Was sind seelische Schmerzen?

Neben den körperlichen Schmerzen gibt es auch seelische Schmerzen.

Sie sind oft schwer(er) zu beschreiben und in Worte zu fassen, weil sie nicht greifbar sind.

Ich kenne beide Varianten...

Der „Vorteil“ von körperlichen Schmerzen ist, dass es Schmerzmittel gibt, die man nehmen kann und die den Schmerz lindern.
Vielleicht wirken sie nicht lange und dauerhaft, aber sie nehmen die Spitzen und machen sie für einen Moment erträglicher.

Bei seelischen Schmerzen ist das schon schwieriger, bzw. ich habe bisher nie versucht, sie mit einer Tablette zu dämpfen, weil ich in diesen Situationen gar nicht auf die Idee gekommen bin…

Es scheint aber so zu sein, dass auch hier die normalen Schmerzmittel wirken.

Vielleicht hat dir schon mal jemand „das Herz gebrochen“ und dich hat die Situation so mitgenommen, dass sie dir auch körperliche Schmerzen verursacht hat?!

Ich habe schon öfter erlebt, dass mich etwas emotional so belastet hat, dass ich körperliche Schmerzen gespürt habe.

Gerade in Situationen, die ich „nicht wiederholen“ bzw. wieder gutmachen kann sind diese Schmerzen extrem.
Zu diesen Schmerzen gesellen sich dann oft noch Schuld, Verzweiflung, Ohnmacht, Selbstvorwürfe, „Selbstzerfleischung“…

Ein Teufelskreis…

Als mein Bruder im Sterben lag, war es mir nicht möglich, ihn zu besuchen.
Wir haben erst kurz vor seinem Tod erfahren, dass er überhaupt krank war und es war nicht abzuschätzen, wie viel Zeit ihm noch bleiben würde.

So gerne ich ihn noch einmal gesehen hätte – es ging einfach nicht.

Das hat mir sehr zu schaffen gemacht.
Und es kamen viele „olle Kamellen“ an die Oberfläche.

Warum war der Kontakt überhaupt abgebrochen? Hätten wir das ändern können?
Was hätten wir insgesamt anders machen können? Hätten wir ihm irgendwie helfen können?

Das war wirklich eine schwere und schmerzhafte Zeit.

Natürlich habe ich mir all die Fragen im Laufe der Jahre zuvor auch immer wieder gestellt, aber keine Lösung gefunden.

Wir haben getan, was wir konnten.

Es war sehr schwer mich damit abzufinden, dass er sein Leben auf seine Weise lebt und wir ihm nicht helfen können.

In der Zeit nach dem Anruf aus dem Krankenhaus war ich das heulende Elend und hatte Schmerzen, die kaum auszuhalten waren.

Sie ließen sich auch gar nicht genau einordnen oder lokalisieren.
Es tat einfach alles weh.

Ich war innerlich zerrissen zwischen „ich würde so gerne“ und „ich kann nichts tun“.

Genauso fühlte ich mich auch körperlich – als würde mich jemand oder etwas zerreißen…

Ich wurde immer wieder von Krämpfen geschüttelt und die Schmerzen waren so durchdringend, so tief und so weit innen – wirklich schwer zu beschreiben.
Sie gingen bis ins Mark.

Es dauerte eine Weile, bis meine Schmerzen weniger wurden.

Zuerst vermischten sie sich mit der Trauer und dann rückten sie immer mehr in den Hintergrund.

Seelischen Schmerz kann man nicht sehen und oft möchte man ihn auch nicht zeigen.

Manchmal dauert es lange, bis die Wunde heilt.

Vielleicht hast du schon vom „Broken-Heart Syndrom“ gehört, das häufig bei älteren Frauen vorkommt und den Herzinfarkt – Symptomen ähnelt?

Die Schmerzen sind also keine „Einbildung“, sondern du erlebst sie wirklich.

Und die Ursache dafür ist emotional.
Es muss auch gar nicht zwingend etwas „Großes“ sein, was Schmerzen in dir auslöst.

Manchmal reicht schon ein unbedachter oder spöttischer Kommentar, ein Seitenhieb, ein nicht eingehaltenes Versprechen,…
Besonders, wenn du hochsensibel bist.

Was kannst du tun, wenn du in einer ähnlichen Situation bist?

Mach es nicht mit dir alleine aus!

Such dir jemanden, mit dem du darüber sprechen kannst. Wenn du dich niemandem in deinem Umfeld anvertrauen kannst oder willst, dann versuche es z.B. bei der Telefonseelsorge.

Vielleicht hat einer der Wohlfahrtsverbände, wie z.B. Caritas oder das DRK in deiner Nähe ein Büro.
Such im Internet nach „psychosoziale Notfallversorgung“. Darüber findest du sicher auch Ansprechpartner in deiner Nähe.
Vielleicht magst du auch in die Kirche gehen?

Lass deine Gefühle raus!

Wenn du deine Gefühle ständig unterdrückst, dann wirst du vermutlich irgendwann explodieren (oder mit weiteren, körperlichen Symptomen reagieren).

Und vielleicht bekommt dann jemand deinen Ausbruch ab, der gar nichts damit zu tun hat.

Wenn du wütend bist, dann hau auf ein Kissen, geh in den Wald und schrei dir die Wut raus oder besuch ein Fitness – Center und tob dich da richtig aus, bis du kaputt bist.

Wenn es etwas mit einer Person zu klären gibt, dann kläre es.
Lass aber vorher möglichst schon mal anderswo Dampf ab, damit es ein klärendes Gespräch und kein brüllender Monolog wird.

Sind dann immer noch Emotionen da, die sich nicht gut anfühlen, dann bearbeite sie mit der Methode deiner Wahl.

Natürlich kannst du auch sofort anfangen zu klopfen, aber ich finde, dass man Gefühle auch mal erleben, ausleben und ggf. aushalten muss. Sie gehören zum Leben dazu.

Wenn ich sofort anfange, ein Gefühl „wegzumachen“, dann sage ich mir damit ja auch jedes Mal: das ist so nicht richtig.

Gefühle gehören ja oft auch zu Prozessen, wie z.B. der Trauer.

Der Trauerschmerz und die damit verbundenen Gefühle sind wichtig.
Sie gehören zum Abschied nehmen dazu.

Das ist ein Prozess, der seine Zeit braucht.

Das würde ich erst dann klopfen oder bearbeiten, wenn ich merke, dass ich in der Trauer feststecke und sie nicht mehr loslassen kann, auch wenn ich es gerne würde.

Kennst du seelische Schmerzen?
Wie gehst du damit um?

The following two tabs change content below.
Als Energetischer Coach und META Health Master Practitioner bin ich dein Online-Coach für Klopfen und mehr und begleite dich auf deinem Weg in die Schmerzfreiheit. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann melde dich doch für mein kostenloses Kennenlerngespräch an.
2018-05-22T11:28:59+00:00

2 Comments

  1. Alexandra 26. Oktober 2018 um 19:12 Uhr - Antworten

    Durch aus ist das bei mir genau so ich habe mein Verluste noch nicht richtig verkraftet ich habe das Meditation entdeckt und das hilft mir das ich meine Mitte und meine Innere Ruhe finde

    • Michaela Thiede 27. Oktober 2018 um 08:41 Uhr - Antworten

      Alles, was uns hilft, die Mitte und innere Ruhe zu finden ist super!
      Wichtig finde ich, dass wir etwas finden, was wir gerne machen. Es soll Freude machen und keine lästige Pflicht sein.

      Liebe Grüße
      Michaela

Hinterlassen Sie einen Kommentar