Was bringen mir die 3 Prinzipien?

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Wenn es keine Technik ist, mit der ich meine Probleme löse und wenn man es nicht „richtig“ lernen kann – was habe ich dann davon, wenn ich mich mit diesem Verständnis befasse?

Dazu hat mir das Leben in den letzten Tagen wunderbare Beispiele präsentiert.

Gestern Abend war ein Freund zu Besuch. Das Essen war fast fertig, als Martin unsere (noch nicht ganz zutrauliche) Katze ins Wohnzimmer ließ. Er sagte noch: wow… die ist ja klitschnass!, während sie in leichter Panik durchs Wohnzimmer rannte.

Ich habe dann ein Handtuch geholt, um sie abzutrocknen – und nicht schlecht gestaunt, als es schwarz war und einen beißenden Geruch hatte.

ölverschmiertes Handtuch

Es sah aus, als hätte sie in Öl gebadet. Alles, was sie berührte, war ebenfalls schwarz. Dass sie panisch durchs Haus rannte (vermutlich auch wegen dem Besuch) und sich schüttelte wie ein Hund, machte es nicht besser.

Ich habe schnell einige Türen geschlossen, damit sie nicht in alle Räume laufen kann.
Mir war schnell klar: wir müssen sie duschen. Jetzt. Das muss aus dem Fell, denn wenn sie das ableckt, überlebt sie das vielleicht nicht.

Ich hatte die ganze Zeit über keinen Ruhepuls von 60 😉 und fluchte vor mich hin.
Dass Martin weiter gemütlich am Tisch mit unserem Freund schnackte, fand ich auch nicht so prickelnd.

Mein „wir müssen das jetzt aus ihrem Fell bekommen“ war deutlich. Mir war klar, dass es nötig war.

Tiger lässt sich inzwischen zwar manchmal streicheln, aber nicht auf den Arm nehmen. Sie ist sehr deutlich darin uns zu zeigen, was ihr nicht gefällt – akustisch und auch mit Krallen.

Mir war klar: das wird jetzt nicht lustig – muss aber sein.

Martin ist dann schon mal mir ihr ins Bad gegangen. Wie er das geschafft hat, weiß ich nicht. Ich habe schnell den Herd ausgeschaltet, Gartenklamotten angezogen, mir alte Handtücher geschnappt… und war leicht geschockt, als ich ins Bad kam.

Badezimmer dreckig
Badezimmer dreckig

Es war wirklich überall schwarz und schmierig.
Bei ihren Fluchtversuchen hatte Tiger überall ihre Spuren hinterlassen.
Sie selbst war ein Häufchen Elend.
Solche Geräusche hatte ich von einer Katze bisher noch nicht gehört.

Ich war darauf eingestellt, Martin und mich nach der Katzendusche verarzten zu müssen. Aber das war okay.

Wir haben sie abgeduscht und ich war total überrascht, dass sie es irgendwann einfach über sich hat ergehen lassen. Nach einer Weile war sie dann einigermaßen trocken, das Handtuch nicht mehr schwarz und sie durfte aus dem Bad.

Ich habe noch grob die Fliesen und die Tür abgewischt, die deutlichsten Spuren vom Laminat auf dem Flur entfernt, über einige Flecken an der Wand gewischt und dann war es gut.

Ich habe mich ums Essen gekümmert, wir haben in Ruhe gegessen und danach geschnackt.

Zwischendurch habe ich Tiger gefüttert und mich gefreut, dass sie frisst und es ihr scheinbar gut geht.

Das wäre früher undenkbar gewesen!

Ich hätte nicht in Ruhe essen können (vermutlich hätte ich nichts runterbekommen), sondern wäre fest davon überzeugt gewesen, dass ich das alles sofort in Ordnung bringen muss.

Ich hätte viel Denken darüber gehabt, dass das Zeug nie wieder von der Wand geht.
Dass das Laminat vielleicht neu muss.
Wie scheiße das gelaufen ist.
Hätte mich gefragt, was sie überhaupt gemacht hat.
Wer das Öl (oder was auch immer) offen rumstehen hatte.
Dass sie darin hätte ersaufen können.
Warum das gerade heute sein musste, als unser Freund hier war.
Hätte mich gefragt, warum Martin nicht schneller reagiert hat.
Warum er sie im Badezimmer nicht besser festgehalten hat.

Und natürlich hätte ich mir viele Gedanken um Tigers Wohlbefinden gemacht.
Gedacht, dass wir „irgendwas mit ihr machen“ müssen.
Hätte mich gefragt, welcher Tierarzt bzw. welche Tierklinik geöffnet hat.

Ich hätte mich gedanklich im Kreis gedreht.

Wäre ausgeflippt.
Es wäre ein Drama gewesen.
Nicht nur in dem Moment, sondern auch hinterher.
Der Abend wäre gelaufen gewesen.
Und die nächsten Tage vermutlich gleich mit.

Gestern war es eine echt blöde Situation und ich hatte keinen Bock darauf, alles saubermachen zu müssen. Mir war klar, dass ich bei Tageslicht noch weitere Spuren entdecken würde.

Es war für 15 Minuten ein Drama.
Dann war es okay.

Und ich war in der Situation schon dankbar, dass Martin zu Hause war und ich sie nicht alleine duschen musste.

Jetzt, wo ich das schreibe, bin ich ruhig.
Obwohl es noch nicht ganz hell ist und ich noch nicht weiß, was mich gleich beim Putzen erwartet.

Es ist, wie es ist.
Und es ist nur ein Drama, wenn ich eins daraus mache.

Ich bin dankbar, dass ich auch in der Situation nicht kopflos war, sondern noch Türen geschlossen und den Herd ausgestellt habe.

Inzwischen habe ich einen Großteil saubergemacht und hatte sogar Spaß dabei, weil ich nebenbei einige Podcastfolgen gehört habe, für die mir bisher die Zeit fehlte.

Vieles ging sauber, einiges nicht.
Auch das ist kein Drama.
Aber Tiger scheint es gutzugehen.

Ich hatte recht damit, dass ich bei Tageslicht noch Spuren finde, die ich gestern übersehen habe.
Dass es so viele sein würden… 😉

Womit ich total falsch lag, war das Verhalten von Tiger beim Duschen.
Sie fand es verständlicherweise ätzend, hat aber weder gekratzt noch gebissen, sodass es keine Wunden zu versorgen gab.
Hätte ich mir diese Situation im Vorfeld ausgemalt, wäre sie ziemlich rot und blutig gewesen.

Muss ich sowas wieder haben?
Nein.
War es ein Drama?
Nicht wirklich.

Und DAS ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Mein Umgang mit der Situation.
Mein Erleben der Situation.

Ein anderes Beispiel.

Am Tag vorher ging ich in den Keller, die Kellertreppe ist unter mir zusammengebrochen und ich bin halb in den Keller gepurzelt. Das war nicht schlimm, hat mir aber einige blaue Flecke beschert.

Als ich dann im Keller stand und merkte, dass mir meine langen Beine nicht weiterhelfen, um wieder in die Küche zu kommen, da die Treppe nur noch aus 2 Stufen bestand, musste ich grinsen.

Früher hätte ich ein Drama daraus gemacht.

Mich gedanklich damit beschäftigt, warum die Treppe immer noch nicht repariert ist, wer Schuld daran hat, dass das natürlich mir passieren muss, wie ich wieder nach oben komme, usw.

Diese Gedanken hätten mich den ganzen Tag beschäftigt.
Mindestens.
Vermutlich aber viel länger.

Der Unterschied ist nicht das, was passiert.
Der Unterschied liegt darin, wie ich damit umgehe.
Was auch immer mir das Leben präsentiert.

Meine Reaktion darauf ist eine andere.
Ohne, dass ich etwas dafür tue.
Ohne, dass ich eine Affirmation sagen muss.
Ohne Reframing.
Ohne Beruhigungstee.
Ohne Atemübungen.
Ohne Technik.

Meine Einstellung hat sich geändert.
Meine Sicht auf das Leben.
Und das führt automagisch zu einem anderem empfinden.
Zu mehr Ruhe.
Mehr Zufriedenheit.
Gelassenheit.
Zu weniger Drama und mehr Freude.
Zu mehr guten Gefühlen.

Mein Leben hat sich total verändert.

Auch wenn sich im außen nicht viel getan hat – innen ist alles anders.

Ich weiß, woher mein Erleben kommt.
Dass niemand anders ein Gefühl in mir auslösen kann.
Dass das Leben leichter ist, wenn ich nicht alles persönlich nehme.
Dass ich viel mehr bin als ich denke.
Dass Resilienz als Grundausstattung eingebaut ist.
Dass an mir nichts falsch ist.
Dass ich nörgelnde Gedanken nicht ernst zu nehmen brauche.
…und so viel mehr.

Wenn das „alles“ ist, was ich von diesem Verständnis mitnehme, dann hat es sich für mich mehr als gelohnt. 😊

Die Drei Prinzipien erklären, wie wir Menschen funktionieren und wie Probleme und Leiden entstehen. Ich verstehe ich mich als eine Art Wegweiser und liebe ich es, meine Klienten auf den Ort, an dem zu jedem Zeitpunkt die perfekte Lösung zur Verfügung steht, aufmerksam zu machen.

Michaela Thiede


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