Warum Schmerzen einsam machen und wie du das ändern kannst

Einsamkeit kann die Folge chronischer Schmerzen sein.

Chronische Schmerzen bringen oft viele Dinge mit sich, über die man sich keine Gedanken macht, wenn man nicht unter chronischen Schmerzen leidet.

Daher ist es für das Umfeld auch oft nicht verständlich, warum du reagierst, wie du reagierst.
Als Außenstehender geht man scheinbar davon aus, dass nur der lokale Schmerz vorhanden ist. Über das, was der Schmerz mit sich bringt oder bringen kann, wird kaum nachgedacht.

Oft ist es aber so, dass chronische Schmerzen noch viele andere Begleiterscheinungen haben, wie z.B. Schlaflosigkeit (oder zumindest Probleme mit dem Schlaf), schlechte Laune, sich isoliert fühlen, sich unverstanden fühlen, depressive Verstimmungen, ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit usw.

Schlafprobleme können damit zusammenhängen, dass das Liegen (oder umdrehen) schlicht weh tut und man aufgrund der Schmerzen entweder schlecht oder gar nicht einschlafen kann oder alle Nase lang wieder wach wird.

Genauso gut kann die Schlaflosigkeit aber auch damit zusammenhängen, dass man nachdenkt und die Gedanken kreisen.

Gerade, wenn du die Gedanken tagsüber so gekonnt verdrängt und dich abgelenkt hast (TV, Online-Spiele, Online-Community, im Garten, beim Lesen, Radio hören,…), dann warten sie auf dich, bis du Zeit und Ruhe hast.
Und das ist oft der Zeitpunkt, an dem du gerne schlafen würdest…

So gibt es für alle „Begleiterscheinungen“ von chronischen Schmerzen diverse Ursachen, aber auch sehr viele verschiedene Lösungen!

Eins haben aber viele „Nebenwirkungen“ der Schmerzen gemeinsam:

Sie führen oft dazu, dass man sich zurückgesetzt, nicht verstanden oder gar nicht ernst genommen fühlt und sich zurückzieht.

Fazit: man sich einsam fühlt.
Einsam und alleine mit dem Schmerz.

Wenn du dich noch an den Artikel zum Thema Gedanken erinnerst, dann ist dir sicher bewusst, dass das ein ziemlicher Teufelskreis werden kann.

Je einsamer man sich fühlt und je mehr man über diese Einsamkeit und Situationen nachdenkt, die sich nicht gut anfühlen, desto mehr Körperprozesse setzt man in Gang...
die wiederum dafür sorgen, dass man sich nicht gut fühlt...
die Schmerzen werden dadurch oft negativ beeinflusst, man fühlt sich noch einsamer und noch mehr alleine mit sich und dem noch stärkeren Schmerz…
und der Kreislauf beginnt von vorne.

Wie kommst du da jetzt wieder raus?

Werde dir erst einmal bewusst, was in dir abläuft!
Zu verstehen, was im Körper passiert, ist oft der erste Schritt zur Veränderung. Wenn wir etwas verstehen, können wir meist besser damit umgehen.

Wenn du magst, dann schau dir auch meinen Beitrag vom Klopf-Kongress an, in dem es ein eindrucksvolles Beispiel zum Thema „wie sehe ich mich selbst“ gibt.

Die Klopfsequenz kannst du an dich und deine Situation anpassen.

Du bist nicht allein!

Für den Fall, dass du dich wie ein Alien fühlst, weil dich in deinem Umfeld niemand versteht, dann such dir Menschen, die deine Situation verstehen oder zumindest akzeptieren.
Frage bei den Wohlfahrtsverbänden nach, ob es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe zum Thema Schmerzen gibt.
Wenn es keine gibt, dann gründe eine!
Gib eine Annonce in der örtlichen Zeitung, einem „kostenlosen Blatt“ oder Ebay Kleinanzeigen auf und such so nach Menschen, denen es ähnlich geht.

Alternativ kannst du natürlich auch Online nach einer Gruppe oder Gemeinschaft suchen. Es gibt diverse Gruppen und auch Internetforen zu diesem Thema. Vielleicht auch eine/s, die sich mit deinen Beschwerden / deiner Diagnose befasst.

Wichtig!

Achte darauf, dass du nicht in einer „Jammergemeinschaft“ landest, die dich noch mehr runterzieht“

Natürlich ist es wichtig und richtig, die Gefühle mal rauszulassen.
Und dazu gehört auch, mal über die Situation und die Schmerzen zu schimpfen, zu meckern und Dampf abzulassen, aber dann muss es auch wieder gut sein.
Ein Dauergejammer tut niemandem gut.

Finde eine Gruppe, in der nach Lösungen gesucht wird!

In der die Menschen Mitgefühl haben, aber nicht mitleiden.
In der du auch mal einen Tritt in den Hintern bekommst, wenn du zum 3. Mal das Gleiche schreibst oder sagst und alle Tipps und Hinweise ignorierst.
In der es um „mehr“ geht, als sich darüber auszutauschen, wer welches Medikament in welcher Dosierung nimmt.
In der es um mehr geht, als ausschließlich über das Gesundheitssystem zu schimpfen.

Vielleicht findest du dort Hinweise zu Ärzten oder alternativen Behandlern, die gute Erfolge erzielen und Zeit zum Zuhören haben.
Hinweise darauf, wie deine Ernährung die Schmerzen beeinflussen kann.
Hinweise auf Übungen, die auch du in deinen Alltag integrieren kannst und die „einfach nur gut tun“.

Wenn du nicht der Gruppentyp bist, dann gibt es vielleicht auch Bücher mit Erfahrungsberichten zu diesem Thema, die dir weiterhelfen.

Oder du suchst dir Unterstützung bei jemandem, der dir hilft, besser mit der Einsamkeit umzugehen.

Vielleicht ist es Zeit für ein neues Hobby?!

Wie wäre es, Vögel zu beobachten, dich einem Strickclub anzuschließen, eine neue Sprache zu lernen, eine neue Sportart (es gibt auch Reha-Sport-Angebote, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden), zu malen, fotografieren,...

Vielleicht braucht dein Tierheim vor Ort noch einen Gassigänger oder Katzenstreichler?
Tiere sind Balsam für die Seele. Sie scheren sich nicht um dein Aussehen oder das, was du nicht kannst.
Sie lieben dich so, wie du bist.

Frag dich auch:
Was würde ich gerne machen?
Trotz der Schmerzen? Auch, wenn ich mich so allein fühle?
Was würde ich gerne tun?

Nimm dir ein paar Minuten und schreib dir eine Liste auf.
Schreib dir alles auch. Auf das, was du von Herzen gerne machen würdest, was aber absolut „nicht drin“ ist.

Du möchtest gerne Reisen, aber es geht nicht?

Google findet zum Suchbegriff „Reisen mit ärztlicher Betreuung“ 481.000 Ergebnisse.
Warum sollte da nicht auch etwas für dich dabei sein?

Schau, was du dir aufgeschrieben hast und suche nach Lösungen!

Zieh „dein Ding“ durch!

Lass dich nicht von dem Gedanken „das kann ich ja doch nicht“ abhalten, sondern mach dich auf die Suche nach Lösungen, WIE du es umsetzen kannst.

Vielleicht mit Abstrichen.
Vielleicht mit einer Wartezeit (weil du erst auf xy sparen darfst – dafür hast du aber auch lange Vorfreude)
Vielleicht anders, als gewünscht.

Aber vielleicht ist das anders ja gar nicht schlechter?!
Das weißt du aber erst, wenn du es ausprobiert hast!

Werde aktiv und mach das Beste aus deiner Situation.

Ich wünsche mir von Herzen, dass dich dieser Artikel motiviert, trotz “Handicap“ deine Wünsche und Ziele zu erreichen.
Schreib mir doch im Kommentar, wenn du dich jetzt auf die Lösungssuche begibst.

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Als Energetischer Coach und META Health Master Practitioner bin ich dein Online-Coach für Klopfen und mehr und begleite dich auf deinem Weg in die Schmerzfreiheit. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann melde dich doch für mein kostenloses Kennenlerngespräch an.
2018-12-14T13:53:37+02:00

4 Kommentare

  1. Claudia Münster 16. Januar 2017 um 20:14 Uhr - Antworten

    Liebe Michaela,

    ich danke dir für diesen wunderbaren Artikel, in dem in jedem Satz zu spüren ist, dass du weißt, wovon du sprichst. Es ist wunderbar, dass du voller Mitgefühl zwar, aber doch sehr deutlich machst, dass es um voran geht und nicht um eine Klage-Mentalität.

    Liebe Grüße

    Claudia

    • Michaela Thiede 17. Januar 2017 um 07:36 Uhr - Antworten

      Liebe Claudia,

      wie schön, dass es auch so ankommt, wie es gemeint war.
      Danke für dein Feedback.

      Liebe Grüße
      Michaela

  2. Kerstin Wemheuer 18. Januar 2017 um 08:59 Uhr - Antworten

    Liebe Michaela,

    ein toller Beitrag mit vielen guten Impulsen, um ins Handeln zu kommen! Ich habe jemanden im meinem Umfeld, der chronische Schmerzen hat. Ich werde den Artikel sofort empfehlen. Danke Dir dafür!

    Herzliche Grüße
    Kerstin

    • Michaela Thiede 18. Januar 2017 um 09:12 Uhr - Antworten

      Liebe Kerstin,

      danke für deinen Kommentar und natürlich auch fürs weiterempfehlen.
      Mir ist es wichtig, dass man in jeder Situation schaut: was kann ich (trotz allem) machen?!

      Liebe Grüße
      Michaela

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