Warum es nichts bringt, dir Sorgen zu machen

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Warum es nichts (Gutes) bringt, dir Sorgen zu machen

Wir können uns wirklich über alles Sorgen machen.
Und tun das meist auch.
Jeden Tag aufs Neue.

Laut Wikipedia bedeutet Sorge:

Der Begriff Sorge beschreibt ein durch vorausschauende Anteilnahme gekennzeichnetes Verhältnis des menschlichen Subjektes zu seiner Umwelt und zu sich selbst. Eine subjektiv erwartete Not (Bedürfnis, Gefahr) wird gedanklich vorweggenommen und wirkt sich im Fühlen, Denken und Handeln des Besorgten oder Sorgenden aus. Das Spektrum reicht dabei von innerlichem Besorgt- oder Beängstigt-Sein bis zur tätigen Sorge für oder um etwas.

Das heißt, wir schauen in die Glaskugel, malen uns mit unseren Gedanken aus, was in der Zukunft Schlimmes passieren könnte und nehmen dann die Gefühle wahr, die diese Gedanken im Hier und Jetzt in uns auslösen.

Das Irrwitzige an der Sache ist, dass wir uns sorgen, weil wir glauben, es wäre sinnvoll.

Wenn wir uns jetzt schon Gedanken über die Zukunft machen und überlegen, was passieren könnte, dann sind wir gewappnet für das, was uns erwartet.

Wenn ich zurückschaue, dann kann ich nicht erkennen, dass es mir jemals etwas genützt hat, mich zu sorgen. Ich habe das nur nicht hinterfragt. 

Sorgen machen ist so natürlich.

Egal, was ich mir mit meinen Sorgengedanken ausgemalt habe (und auf diesem Gebiet bin ich echt kreativ!) es ist nie so eingetreten.
Entweder es ist „nichts“ passiert und ich hätte mir die Sorgen total sparen können oder es kam ganz anders, als ich mir vorgestellt hatte.
Und zwar so anders, dass ich nie darauf gekommen wäre – egal, wie viele Sorgengedanken ich mir gemacht hätte.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Mir kommt dazu gerade die Erkrankung meines Vaters in den Sinn.

Ich habe mir viele Sorgen über seine (möglichen) Schmerzen gemacht.
Und wie ich damit umgehen würde.
 
Auch wenn es schon so viele Jahre her ist, erinnere ich mich auch heute noch daran, dass ich mir darüber sehr viele Sorgen gemacht habe.

Er hat oft von seiner Ziehmutter erzählt, die am Lebensende große Schmerzen zu ertragen hatte, obwohl sie im Krankenhaus lag. Davor grauste ihm. Er hatte Angst, dass es ihm auch so ergehen würde. Noch waren die Schmerzen aushaltbar, aber was, wenn nicht mehr...?

Diese Ängste und Sorgen habe ich mit ihm geteilt, bzw. mir meine eigenen Sorgen gemacht.
Wie könnte ich ihm helfen?
Könnte ich das überhaupt?
Wenn nicht, wer könnte ihm helfen?
Wie käme ich damit klar, wenn er vor Schmerzen schreit?

Schlussendlich kam alles ganz anders.
Zum Glück hat ihn unser Hausarzt mit ausreichend Schmerzmitteln versorgt, so dass die Schmerzen für ihn aushaltbar waren.

Was mich aber aus der Bahn geworfen hat, war, dass er an seinen letzten Tagen „tüddelig“ wurde und wir ihn nicht mehr aus den Augen lassen konnten.

Das hat mich so schockiert, weil ich das überhaupt nicht auf dem Schirm hatte.
Ich hatte vielleicht Schmerzensschreie erwartet, aber nicht, dass sein Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommt und er nicht mehr weiß, was er macht.

Da hatte ich mir sooo viele Sorgen gemacht – um dann hinterher festzustellen, dass es mir NICHTS gebracht hat.

Eher im Gegenteil.

Hätte ich mir im Vorfeld nicht so viele Gedanken gemacht und wäre offen in die Situation gegangen,

dann hätte mich seine Tüddeligkeit gar nicht erschreckt.
Zumindest nicht in diesem Maße.

Ich war aber davon ausgegangen, dass meine Sorgen mir hilfreiche Informationen liefern.
Hinweise auf das, was kommen wird.
Dass es sinnvoll ist, mir vorab Gedanken zu machen, damit ich mich auf etwas vorbereiten und einstellen kann.
Dass es wichtig ist, sich Gedanken zu machen.

In Wirklichkeit war es aber so, dass ich mir mit meiner Vorstellung, was passieren könnte, ziemlich im Weg gestanden habe.

Je mehr ich in meinen Gedanken (über was auch immer – Vergangenheit oder Zukunft) festhänge, desto weniger bin ich im Hier und Jetzt.

Und desto weniger Zugriff habe ich auf meine innere Weisheit.
Die Intelligenz in mir, die in jedem Moment genau weiß, was der richtige, nächste Schritt ist.
Immer.

Das sind die Momente, in denen wir den Schlüssel suchen, der genau da liegt, wo er immer liegt – den wir aber einfach übersehen.

Aber mir war das nicht klar.
Es fühlte sich logisch und richtig an, mir Sorgen zu machen.

Wie oft habe ich mir Sorgen gemacht, dass unsere Freigängerkatzen nicht wieder (heile) nach Hause kommen?
Und wenn ich so darüber reflektiere, dann war es für mich ganz normal, mir darüber Sorgen zu machen. Und ich glaube, ich hatte wirklich die Idee, dass es hilfreich ist. 

Ich erkenne gerade, dass es mich in der Zeit beschäftigt hat, in der die Katzen draußen waren und „Verspätung“ hatten.

Ich habe mich mit den Gedanken beschäftigt, um mir die Wartezeit zu überbrücken. 

Ich glaube, ich gab mir mit den Sorgen sogar das Gefühl, etwas „tun“ zu können.

Wenn ich das so schreibe, dann ist das total schräg und macht überhaupt keinen Sinn.
Ob ich mir Sorgen oder Nudeln mache – deswegen kommen die Katzen nicht früher nach Hause.

Sorgen statt Nudeln

Die Zeit hätte ich wirklich sinnvoller verbringen können, als mein System in diesem Sorgenmodus zu halten.
Es sind dann ja nicht „nur“ die Sorgengedanken, sondern diese Sorgengedanken schütten auch bestimmte Hormone in meinem Körper aus.

Hätte ich die Wartezeit z.B. damit überbrückt, mir Videos von Tom und Jerry anzuschauen (die Sorgengedanken losgelassen und mich auf die Videos richtig einlassen können), dann hätte ich gelacht und es wären ganz andere Hormone ausgeschüttet worden.

Ich hätte mich im Hier und Jetzt anders gefühlt.
Besser.

An der Situation an sich hätte es nichts geändert. Sorgen hin oder her.

Die Katzen wären immer noch draußen gewesen.
Und ich hätte nach wie vor keinen Einfluss darauf, ob sie heile nach Hause kommen oder nicht.

Aber mir wäre es besser gegangen.
Ich wäre ruhiger gewesen.

Ich konnte es aber nicht sehen.
Syd sagte oft:

Everyone is doing the best they can, given the thinking they have that looks real to them. 

Sydney Banks

Jeder handelt so gut er kann, angesichts des Denkens, das er hat und das
für ihn real erscheint.

Und weil ich so in meinem Sorgendenken verstrickt war, konnte ich nicht anders handeln und "musste" mir Sorgen machen.
Es war für mich real.

Sobald ich erkannt habe, dass es mir nicht hilft, mir Sorgen zu machen, brauche ich keine "Horror-Zukunftsgedanken" mehr zu denken.
Nicht an ihnen festzuhalten.
Und wenn sie doch da sind, dann fällt es mir leicht(er), sie nicht mehr so ernst zu nehmen.
Weil ich sie durchschaut habe.

Machst du dir Sorgen? Hast du etwas neu gesehen? Wenn ja, dann schreib es mir doch gleich im Kommentar.

Die Drei Prinzipien erklären, wie wir Menschen funktionieren und wie Probleme und Leiden entstehen. Ich verstehe ich mich als eine Art Wegweiser und liebe ich es, meine Klienten auf den Ort, an dem zu jedem Zeitpunkt die perfekte Lösung zur Verfügung steht, aufmerksam zu machen.

Michaela Thiede


Tags

etwas befürchten, sich sorgen, Sorgen machen


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