Selbsthilfegruppe: Fluch oder Segen?

Hilft eine Selbsthilfegruppe?

Ich erinnere mich noch, wie ich das erste Online-Forum gefunden habe.

Ich fühlte mich dort sofort verstanden, ohne groß etwas erklären zu müssen.
Das war einfach traumhaft.

Dinge, die ich selbst nicht richtig erklären und in Worte fassen konnte, wurden trotzdem verstanden.
Den anderen ging es ähnlich wie mir. Sie wussten, worüber ich schreibe und was ich damit meine.
Wildfremde Leute wurden plötzlich ganz nah.
Sie wurden (m)eine Online – Familie.

Auch wenn ich ein offener Typ bin, erzähle ich meine privaten Angelegenheiten gewöhnlich nicht gleich nach dem ersten „Hallo“.
Das war hier anders.
Durch dieses verstanden-werden kamen meine Bedenken gar nicht erst auf und ich hab dort viele private Dinge geschrieben - wie die anderen auch.
Und das war völlig normal.
Dabei habe ich ganz vergessen, dass es „im Internet“ steht und es quasi jeder lesen kann.
Woher weiß ich, wer sich hinter Blaue_Kröte66 versteckt?
Schließlich hatte ich mich auch nicht mit meinem richtigen Namen angemeldet…
Trotzdem gab es wenig Hürden, Dinge zu erzählen.
Es war einfach, als würden wir uns schon ewig kennen.

Wenn sich dort wirklich nur Betroffene tummeln, dann wird das kein Problem sein.
Aber das weiß man nicht und darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man zu viel von sich Preis gibt.

Daran möchte ich dich unbedingt erinnern!

Ein großer Vorteil von Selbsthilfegruppen und Online-Foren ist aus meiner Sicht, dass ich dort Menschen finde, die meine Situation verstehen und nachvollziehen können.

Oft ist es so, dass die Familie und Freunde die Beschwerden nicht nachvollziehen können.
Wie sollten sie auch?
Manche Dinge versteht man erst wirklich, wenn man sie erlebt hat.
Wenn ich ehrlich bin, hätte ich das sicher auch nicht verstanden, wenn ich nicht „mittendrin“ gewesen wäre.
Da darf ich dann aufpassen, dass ich nicht unfair werde und anderen Leuten Vorwürfe mache.

Wenn du dich verstanden fühlst, dann kann dir das Sicherheit vermitteln.
Besonders, wenn du vorher immer das Gefühl hattest, du musstest kämpfen und dich erklären. Dann kann dieses „hier versteht man mich“ dir ein Gefühl von „zu Hause“ und angekommen sein geben.

Vielleicht bekommst du in der SHG auch Tipps zu alternativen Methoden, Behandlungen oder Ärzten, die sich auf diesem Gebiet gut auskennen.

Es kann auch sein, dass du dort einen Freund oder eine Freundin findest, der / die dein engster Vertrauter / deine engste Vertraute wird, weil ihr insgesamt auf einer Wellenlänge seid.

Dieses „verstanden werden“ kann auch zum Nachteil werden:

Nämlich dann, 

  • wenn man dort nur gemeinsam jammert und sich „mit seinem Schicksal abgefunden“ hat
  • wenn die neue Familie plötzlich sehr wichtig wird.
  • wenn sich alles nur noch um das Thema der Selbsthilfegruppe dreht.
  • wenn ich Menschen in meinem Umfeld ein „du verstehst mich ja doch nicht“ an den Kopf knalle – ohne versucht zu haben, mich und meine Situation zu erklären.
  • wenn es ein „wir hier drinnen“ (in der SH Gruppe) und „die da draußen“ wird.
  • wenn mich die Krankheitsverläufe einiger Mitglieder so beeinflussen, dass ich davon überzeugt bin, dass es bei mir auch so sein wird oder sogar muss.
  • wenn es keinen wirklichen Austausch mehr gibt, sondern ständig immer die gleichen „Horrorgeschichten“ erzählt werden.

Und schlussendlich:

  • Wenn diese Familie verhindert, dass es mir wieder besser oder sogar gut geht!

Gerade der letzte Punkt läuft oft unbewusst ab – kann aber ein Grund sein, warum es mir nicht besser geht, obwohl es das „eigentlich“ könnte.

Wenn es mir nämlich besser oder gut geht – wie geht die Gruppe dann mit mir um?
Bin ich dann noch willkommen?
Werde ich verstoßen oder darf ich dann noch weiter mitmischen?

Wenn nicht, dann verliere ich dadurch (m)eine Familie.


Freunde, die mich ohne Worte verstehen.

Und wenn die Zugehörigkeit zu einer Gruppe auf dem Spiel steht, dann ist es – aus Sicht des Unterbewusstseins - immer gefährlich. Daher setzt es alles daran, dass die Gruppenzugehörigkeit bestehen bleibt.

Was kannst du tun, wenn du jetzt den Eindruck hast, dass du mehr mit einer Gruppe oder einem Forum verbunden bist, als dir gut tut?

Wenn du eine Klopftechnik kennst, dann wende sie an!

  • Was hat diese Beschreibung in dir ausgelöst?
  • Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf?
  • Welche Körperreaktionen sind aufgekommen?

All das ist wunderbares „Klopffutter“.

Du kannst es auch mit Ask and Receive bearbeiten.

Zum Beispiel so:

Es gibt einen Teil in mir der bereits weiß, wie ich meine energetische Verbindung zu dieser Selbsthilfegruppe / diesem Forum, samt allen dazugehörigen Symptomen, allem, was sie repräsentiert und all ihren Wurzeln vollständig heile und auflöse.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper, Geist und Seele erhalten diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

atmen

Es gibt einen Teil in mir, der auch jetzt schon weiß, dass es sicher für mich ist, meine energetische Verbindung zu dieser Selbsthilfegruppe / diesem Forum vollständig zu heilen und aufzulösen.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper, Geist und Seele erhalten diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

durchatmen

Es gibt einen Teil in mir der bereits weiß, dass ich es verdiene, meine energetische Verbindung zu dieser Selbsthilfegruppe / diesem Forum vollständig zu heilen und aufzulösen.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper-, Geist- und Seelesystem erhält diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

noch einmal durchatmen

Es gibt einen Teil in mir der auch jetzt schon weiß, dass es mir möglich ist, meine energetische Verbindung zu dieser Selbsthilfegruppe / diesem Forum vollständig zu heilen und aufzulösen.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper, Geist und Seele erhalten diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

atmen

Es gibt einen Teil in mir der bereits weiß, dass ich meine Identität behalte, auch wenn ich meine energetische Verbindung zu dieser Selbsthilfegruppe / diesem Forum vollständig heile und auflöse.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper, Geist und Seele erhalten diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

atmen

Wichtig ist immer, dass du das ansprichst, was für dich gerade das Thema ist.
Vielleicht ist es für dich nicht die energetische Verbindung, sondern du hast Angst, dann wieder alleine mit deinem Thema dazustehen.

Dann passt du Ask and Receive ganz einfach an:

Es gibt einen Teil in mir der bereits weiß, wie ich meine Angst, ohne diese Gruppe wieder alleine zu sein, samt allen dazugehörigen Symptomen, allem, was sie repräsentiert und all ihren Wurzeln vollständig heile und auflöse.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper, Geist und Seele erhalten diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

atmen

Es gibt einen Teil in mir, der auch jetzt schon weiß, dass es sicher für mich ist, meine Angst, ohne diese Gruppe wieder alleine zu sein, vollständig zu heilen und aufzulösen.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper, Geist und Seele erhalten diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

durchatmen

Es gibt einen Teil in mir der bereits weiß, dass ich es verdiene, meine Angst, ohne diese Gruppe wieder alleine zu sein, vollständig zu heilen und aufzulösen.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper-, Geist- und Seelesystem erhält diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

noch einmal durchatmen

Es gibt einen Teil in mir der auch jetzt schon weiß, dass es mir möglich ist, meine Angst, ohne diese Gruppe wieder alleine zu sein, vollständig zu heilen und aufzulösen.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper, Geist und Seele erhalten diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

atmen

Es gibt einen Teil in mir der bereits weiß, dass ich meine Identität behalte, auch wenn ich meine Angst, ohne diese Gruppe wieder alleine zu sein, vollständig heile und auflöse.

Dieser Teil ist bereit, den Rest von mir zu informieren.

Das geschieht gerade mit Gnade und Leichtigkeit.

Mein Körper, Geist und Seele erhalten diese Information.

Die Informationsübertragung ist nun abgeschlossen.

Tief durchatmen und spüren, was sich verändert hat.

Wie stehst du zum Thema Selbsthilfegruppen?
Welche Erfahrung hast du damit gemacht? War es für dich eher Fluch oder Segen?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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Als Energetischer Coach und META Health Master Practitioner bin ich dein Online-Coach für Klopfen und mehr und begleite dich auf deinem Weg in die Schmerzfreiheit. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann melde dich doch für mein kostenloses Kennenlerngespräch an.
2017-05-17T08:27:57+00:00

6 Comments

  1. mirani 25. März 2017 um 12:51 Uhr - Antworten

    liebe michaela, eine zeitlang versuchte ich in einer fibromyalgie-selbsthilfegruppe mein glück. aber sehr lange habe ich das da gar nicht ausgehalten. ich stieß da auf frauen, die sich total an die schulmedizin klammerten, und sich gegenseitig die ohren volljammerten. es ging immer im kreis. kaum eigenständige lösungsversuche, keine posts über geeignete nahrungsmittel oder alternative heilmethoden. für viele muss der sekundäre krankheitsgewinn wohl enorm sein. sie definieren sich förmlich über ihre krankheit, schlucken schmerzmittel ohne ende, manche nahmen bereits morphium. ich hab mich beizeiten aus dem staub gemacht. 😛 …hab ein schönes we! mirani pfauuu.. 😀

    • Michaela Thiede 25. März 2017 um 15:31 Uhr - Antworten

      Liebe Mirani,

      etwas Ähnliches habe ich selbst auch erlebt und schnell festgestellt: für mich ist das nichts.
      Aber – zum Glück! – gibt es auch viele Gruppen mit konstruktivem Austausch und der Suche nach Lösungen.

      Liebe Grüße & dir auch ein schönes Wochenende
      Michaela

  2. Claudia 25. März 2017 um 17:38 Uhr - Antworten

    Ich war anderthalb Jahre aktiv in einem Ernährungsforum. Solange ich die Ernährung mehr oder weniger engagiert durchgezogen habe, hab ich viel Unterstützung bekommen, auch vor und nach einer orthopädischen OP, vor der ich große Angst hatte.
    Als klar wurde, dass ich nach der deftigen Narkose diese Ernährungsform nicht mehr vertrage und die Leute mit meinen vielfältigen Symptomen der aktvierten Fibromyalgie überfordert waren, wurde ich fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Natürlich hingen alle Beschwerden damit zusammen, dass ich nicht konsequent genug war usw. Ich wurde zeitweise richtig fies angegangen oder bespöttelt.
    Trotzdem hab ich sehr lange gebraucht, bis ich mich aus dem Forum lösen konnte, es war eine richtige Abhängigkeit entstanden.
    Hier am Ort real in die wohl bestehende Fibro-Gruppe zu gehen, würde mir nicht im Traum einfallen. Meine Beschwerden erscheinen mir so individuell, dass ich mich alleine dran gemacht habe, eine Lösung dafür zu suchen.

    • Michaela Thiede 25. März 2017 um 18:51 Uhr - Antworten

      Liebe Claudia,

      das ist ein „gutes Beispiel“, wie man sehr schnell zum Außenseiter werden kann und alleine dastehen kann.
      Genau so kann es einem auch gehen, wenn es einem besser geht – allen anderen aber nicht.
      Ich hoffe, du hattest in dieser Zeit andere Leute, die für dich da waren.
      Weiterhin viel Erfolg dabei, eine für dich passende Lösung zu finden.

      Liebe Grüße
      Michaela

  3. Ursula 27. März 2017 um 01:02 Uhr - Antworten

    Liebe Michaela ,du hast mir aus dem Herzen gesprochen ,auch ich war ganz happy als ich das erste Forum kennengelernte,auch wenn ich selbstständig gearbeitet habe ,hat mir doch etwas gefehlt,und ich bin froh dass ich auch noch ein paar andere gefunden habe,das tat meiner Seele gut,Auch dir liebe Michaela habe ich viel zu verdanken.so meine liebe vielen Dank für die das was du für uns tust.liebe grüße Ursula

    • Michaela Thiede 27. März 2017 um 14:41 Uhr - Antworten

      Danke für die Blumen, liebe Ursula.
      Wie schön, dass du damit etwas anfangen kannst.

      Liebe Grüße
      Michaela

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