Expeditionen ins Menschsein 

Ich weiß, es sind nur meine Gedanken, aber...

Diesen Satz habe oft gehört - sowohl in meinem eigenen Kopf als von Menschen, die sich mit diesem Verständnis beschäftigen.

Meine Gedanken dazu kannst du in diesem Video hören oder unten (als Transkript) nachlasen

Ich möchte noch mal kurz auf einen Punkt eingehen, der immer wieder aufkommt und den ich von mir selber auch so gut kenne.
Und zwar, wenn da eine Situation ist und  dann ist der Gedanke da: ich weiß, dass das nur meine Gedanken sind, aber das ändert nichts, oder aber es geht mir nicht besser, oder warum hilft mir das jetzt nicht? Ich weiß es doch.
Und das ist  dann genau wieder so ein Punkt, wo wir in dem Konzept sind und wo wir versuchen, es intellektuell zu verstehen und wo der Verstand so ein bisschen weiß: Irgendwas stimmt hier nicht und das ist nicht so real, wie es aussieht. Aber irgendwie doch.

Und diese Momente helfen uns überhaupt nicht weiter, zumindest haben sie mir nicht weitergeholfen.
Im Gegenteil, ich fand sogar eher, sie haben die Situation oft schlimmer gemacht, denn wenn ich weiß, es sind nur meine Gedanken, warum hilft mir dieser Gedanke nicht?
Oder warum geht es mir nicht besser?
Oder warum ist das nicht der Moment, wo es quasi BUMM macht und die Emotionen weg sind?

Ich habe inzwischen erkannt, dass wenn es so ist, dass ich diesen Gedanken habe, "es sind ja nur meine Gedanken und ich weiß, es sind nur meine Gedanken, aber...". dann kann ich es nicht wirklich sehen, denn dann habe ich es nicht realisiert.
Dann ist es ein Konzept und es ist meine  Vorstellung, dass das so ist. Aber ich habe es in dem Moment nicht realisiert.
Es ist mir nicht wirklich klar.
Denn wenn es mir wirklich klar wäre, dann würde ich anders empfinden und dann würde das "aber" einfach wegfallen.

In dem Moment, wo es wirklich sehe, da verändert sich was.

Und ich kann nichts machen, damit ich das sehe.
Entweder ich sehe es oder ich sehe es nicht.

Und da ist meine Einladung, anstatt vielleicht darüber zu schimpfen oder frustriert zu sein oder wütend zu sein oder traurig zu sein, dass du es nicht erkannt hast und dass du es weißt und irgendwie doch nicht weißt, versuch mal, ob es dir gelingt, dankbar dafür zu sein.

Oder zu erkennen, dass das schon cool ist, dass du überhaupt merkst: irgendwie stimmt da was nicht und das kommt nicht  aus dem Außen, sondern das hat was mit mir zu tun.

Und das ist es ja, wenn der Gedanke da ist: es sind nur meine Gedanken, dann ist die Situation an sich nicht mehr ganz so real und ganz so echt, wie sie es vorher war.

Und das zu erkennen und das zu wissen, das ist schon cool. 

Das wissen ganz, ganz viele Leute nicht und ich würde fast sagen, es ist die... Vorstufe ist ein blödes Wort, aber das fällt mir dazu gerade ein, das ist die Vorstufe davon, es richtig sehen zu können und es richtig realisieren zu können.

Oder je häufiger man es in dieser Version sieht, in der man es eben nicht sieht, desto öfter ist auch mal ein Moment dabei, wo man es dann doch erkennt.

Und das wollte ich einfach noch mal loswerden

Also wenn du dich in der Situation ertappst, wo du dir sagst: "Ich weiß, das sind meine Gedanken aber..." und darauf wartest, dass sich was verändert.

Dann bist du quasi in deiner Schneekugel und schüttelst sie und wunderst dich, warum sich der grisselige Kram nicht legt.
Du guckst dir quasi dabei zu, oder du schüttelst diese Schneekugel und sagst: Ich weiß, dass das davon kommt, ich weiß, dass sich diese Grissel da darin bewegen, weil ich sie schüttel.
Und schüttelst  aber immer weiter.
Und wenn du es wirklich in dem Moment realisiert hättest, dass es so wäre, dann würdest du einfach aufhören, die Schneekugel zu schütteln. Und dann wäre es auch wirklich einfach.

Dann ist keine Anstrengung nötig und kein was auch immer. Dann hältst du automatisch inne und hörst auf, weiter zu schütteln.

Ich hoffe, dieser Impuls hilft dir und.
Wenn du jetzt gerade denkst: "och nee, ich dachte, ich hätte es jetzt verstanden", dann möchte ich nur noch mal sagen:
Ich glaube wirklich, das geht jedem so, der sich mit diesem Verständnis befasst, dass da immer mal Situationen sind, wo ich denke: Ja, ich hab's doch. Ich sehe es doch.  Warum ändert das nichts für mich? Und warum hilft mir dieses Wissen nicht weiter?
Das ist glaube ich auch ein Punkt, warum ich immer wieder sage:
Man kann dieses Verständnis nicht mit dem Intellekt erfassen.

Oder selbst wenn man das Konzept versteht, ist es nicht hilfreich.

Und das ist ein schönes Beispiel dafür, dass es uns nicht hilft, das konzeptionell zu verstehen, oder ah ja, so ist es.

Wenn ich es nicht für mich erleben kann, wenn es nicht spürbar ist und solange ich es nicht wirklich realisiere, ist es für mich auch nicht real und ich spüre es nicht.
Ich empfinde es nicht. Und dann ist es keine große Hilfe oder keine große Erleichterung.
Ich hoffe du kannst aus diesen Impuls trotzdem etwas mitnehmen und weißt auf jeden Fall: Hey, das geht nicht nur dir so. Es geht, es geht uns allen so.
Hab einen schönen Tag. Tschüss!

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Die Drei Prinzipien erklären, wie wir Menschen funktionieren und wie Probleme und Leiden entstehen. Ich verstehe ich mich als eine Art Wegweiser und liebe ich es, meine Klienten auf den Ort, an dem zu jedem Zeitpunkt die perfekte Lösung zur Verfügung steht, aufmerksam zu machen.

Michaela Thiede


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es wirkt nicht, ich müsste es besser wissen, nur meine Gedanken


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