Komfortzone oder Wohlfühlzone – was ist das eigentlich?

Sicher hast du auch schon mal gehört: du musst aus deiner Komfortzone raus, um etwas zu verändern.

Aber was bedeutet das überhaupt? Komfortzone?

Heute beschreibe ich dir, was ich darunter verstehe.
Und wie immer: das ist nur meine Sicht der Dinge. Vielleicht empfindest du das ganz anders und ich freue mich, mich darüber mit dir auszutauschen.

Nutze doch einfach die Kommentarfunktion und lass mich wissen, wie du das siehst.

Komfortzone hört sich ziemlich gemütlich an, finde ich. Als wäre das ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, an dem alles gut läuft und komfortabel ist.

Aus meiner Sicht heraus kann eine Komfortzone auch ganz anders aussehen und der Begriff ist irreführend!

Eine Komfortzone ist deine Situation, in der du jetzt bist – mit allen Schwierigkeiten und Einschränkungen, die damit verbunden sind!

Und sie muss sich überhaupt nicht komfortabel anfühlen – im Gegenteil!
Sie kann sich ziemlich beschissen anfühlen.
Sie kann dein Leben einschränken.
Sie kann dich dort festhalten, wo du überhaupt nicht sein möchtest.

Sie kann verhindern, dass du dich traust, etwas zu verändern.
Sie kann der Grund sein, warum du mit deinem Leben unzufrieden bist.

Und trotzdem nennt man sie Komfortzone.

Ich mag den Begriff nicht, weil ich damit eher etwas Schönes und Angenehmes vorbinde.

Hier ein paar Beispiele:



Du hast einen Job, in dem du unglücklich bist. Die Arbeit macht dir wenig Spaß, die Kollegen sind nicht auf deiner Wellenlänge und die Bezahlung ist unterirdisch.
Trotzdem bleibst du dort und machst einfach weiter.
Das ist (d)eine Komfortzone, obwohl du dich damit vermutlich gar nicht gut fühlst und täglich mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehst.

Du hast z.B. Angst vor Spinnen und gehst nicht in den Keller, weil dort eine Spinne sein könnte. Das nervt dich, denn prinzipiell würdest du gerne Sachen in den Keller bringen oder dich nicht einschränken lassen, aber es „geht“ nicht.

Du bist in einer Beziehung, die nicht gut läuft. Es gibt immer wieder Streit und „eigentlich“ weißt du, dass ihr nicht zusammen passt und dass es nicht auf Dauer gut geht.
Oder
Du bist in einer Beziehung, in der Gewalt eine Rolle spielt. Du wurdest schon geschlagen oder dein Partner übt psychische Gewalt (Drohungen etc.) aus. Das ist für dich unerträglich, aber du kannst es trotzdem nicht ändern.

All das sind auch KOMFORTZONEN!

Das bedeutet, dass es komfortabler ist, in dieser Situation zu bleiben, als etwas zu verändern.

Wenn du jetzt denkst. Hääää? Wie bitte soll das komfortabler sein, wenn ich jeden Tag zur Arbeit gehe, obwohl ich mich da richtig unwohl fühle? Da ist es doch komfortabler, mich nach einem anderen Job umzusehen und zu kündigen!

Theoretisch schon.

Aber praktisch sieht es dann anders aus.

Vielleicht arbeitest du schon lange in der Firma und weißt gar nicht mehr, wie man heutzutage eine Bewerbung schreibt.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nicht rosig. Vielleicht glaubst du, du bekommst keinen anderen bzw. besseren Job.
Vor allem weiß du nicht, was auf dich zukommt. Oh Hilfe… dann steht ein Vorstellungsgespräch an! Wie sind die neuen Kollegen? Wie ist der Chef? Dann habe ich wieder eine Probezeit und der Job ist nicht sicher. Wie ist meine Gehaltsvorstellung? Ist sie realistisch? Was, wenn es sich zuerst toller anhört, als es später ist?

Und bevor du dich diesem ganzen Neuen stellst, da ist es dann vielleicht komfortabler, nichts zu verändern und einfach alles so zu lassen, wie es ist und wie du es kennst.
Auch, wenn es nicht schön oder fast unerträglich schlimm ist!

Wenn du in einer Beziehung bist, in der Gewalt eine Rolle spielt, dann ist es vielleicht so, dass du dir denkst, du hättest das verdient.
Oft haben Menschen, die in einer solchen Beziehung leben, ein sehr geringes Selbstwertgefühl.
Und wenn du glaubst, es ist okay, dich so zu behandeln – warum solltest du es dann ändern? Vielleicht glaubst du auch, dass alle Männer / Frauen so sind. Vielleicht hast du auch in vorigen Beziehungen schon Gewalt erlebt.
Oder du hast Angst davor, alleine zu sein. Wenn die Angst besonders stark ausgeprägt ist, dann ist es für dich vermutlich komfortabler, in dieser Beziehung zu bleiben, als alleine zu sein. Vielleicht wäre ein anderer Partner noch schlimmer?
Hier hast du gelernt, mit ihm / ihr umzugehen und weißt, wie du dich in bestimmten Situationen zu verhalten hast. Du kennst die „Gefahr“.

Diese Ängste, etwas zu verändern, lassen uns oft in dieser „Komfortzone“ verharren.

Nur sind sie uns oftmals nicht so bewusst.

Gewöhnlich sagt man, dass man aus der Komfortzone rausgehen soll. Ja, stimmt.
Aber leider gibt es keine genaue Gebrauchsanweisung, wie man das macht.

Das ist sehr individuell und auch wenn der erste Schritt vielleicht schwer ist, ist es gut zu schauen, dass du dich damit trotzdem noch „irgendwie sicher“ und „okay“ fühlst.

Ich habe von einem Sportler gerade gehört, dass er seine Komfortzone verschiebt.
Die Beschreibung gefällt mir sehr gut.

Wenn ich z.B. an den Klopf-Kongress denke…
Da hatte ich vor den ersten Interviews die Hosen gestrichen voll.

Natürlich hätte ich sie absagen und den ganzen Kongress platzen lassen können, aber das wollte ich nicht.
Darum habe ich etwas gemacht, was mir total schwer fiel.
Und bin aus meiner Komfortzone / Wohlfühlzone rausgegangen.

Jetzt führe ich die letzten Interviews für den neuen Event im Januar und gehe die Sache deutlich lockerer an. Ich bin immer noch nervös, aber das ist kein Vergleich zum Klopf-Kongress.
Es ist immer noch eine Überwindung, die Interviews zu führen – besonders mit Menschen, die ich vorher nicht kenne - aber es fällt mir deutlich leichter als Anfang des Jahres.
Meine Komfortzone hat sich verschoben und vergrößert.

Wie macht man das jetzt?
Tja.. „einfach“ in dem man TUT!

Dazu ist es, glaube ich, wichtig, dass man ein Ziel hat, dass man erreichen möchte.
Wäre mir der Kongress egal gewesen, was hätte mich dann motiviert, die Interviews durchzuziehen? Vermutlich nichts… und ich hätte alles abgeblasen.

Wenn du jetzt merkst, dass du deine Komfortzone erweitern möchtest. Wie gehst du am besten vor?

Vielleicht kannst du dir zu deiner aktuellen Situation eine Liste mit 2 Spalten erstellen. In eine Spalte schreibst du, was gut ist und in die andere, was nicht gut ist.
Wichtig ist auch eine Liste, was du möchtest. Was ist dein Ziel? Was möchtest du erreichen? Und warum?

Dann ist es auch gut, aufzuschreiben, was dir Angst macht.
Wenn dir dazu wenig einfällt, dann stelle dir doch vor, du gehst einen Schritt auf dein Ziel zu.
Was könnte dann passieren?
Und schreib dir all das auf.
Alle „abers“ die auftauchen, warum du das auf gar keinen Fall machen kannst.

Natürlich kannst du dir die ganze Sache erleichtern, wenn du die aufkommenden Gefühle bearbeitest.
Jede Emotion, die weniger oder weg ist, steht dir nicht mehr (so sehr) im Weg und erleichtert es dir, dein Ziel zu erreichen.

Dafür gibt unzählige Methoden, wie z.B. EFT, resCUE, Ask and Receive, Zweipunktmethode,…

Wenn du dich nicht alleine daran wagst, dann hol dir Unterstützung!

Du kannst dich gerne an mich oder einen anderen Coach wenden, der dich auf deinem Weg begleitet und dir dabei hilft, deine Komfortzone zu verschieben.

Ist dir jetzt klarer geworden, warum man seine Komfortzone für eine Änderung verlassen sollte?
Sind dir Komfortzonen aufgefallen, die dir vorher nicht so klar waren?
Hinterlasse mir doch einfach eine Antwort. Ich freue mich drauf.

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