Glaubensmuster effektiv und wirksam auflösen

Wie du einschränkende Glaubenssätze mit „außer-wenn“ Tapping / Klopfen (oder Einwand – Tapping) neutralisierst.

Diesen Artikel von Andy Hunt
http://www.practicalwellbeing.co.uk/how-to-neutralise-limiting-beliefs-with-exception-tapping/
habe ich übersetzt und mit Beispielen zum Thema Schmerz ergänzt.

Wir alle glauben Sachen über uns und die Welt.
Wir brauchen Überzeugungen.
Sie sind eine Vereinfachung, eine Faustregel wie die Welt funktioniert und was Dinge bedeuten.
Hätten wir sie nicht, dann müssten wir unser Verständnis über die Welt jeden Tag neu erfinden.

Manche dieser Glaubenssätze sind hilfreich:

– Wenn ich kein Blatt vor den Mund nehme, dann wird man meine Ehrlichkeit respektieren.
– Man wird an dem interessiert sein was ich zu sagen habe.

Andere von ihnen sind weniger hilfreich:

– Wenn ich kein Blatt vor den Mund nehme, wird man mich kritisieren.
– Wenn ich über das spreche was ich tue ist das angeberisch.

Was Überzeugungen gemeinsam haben ist, dass sie verallgemeinern.

Sie sind die Summe aus zurückliegenden Erfahrungen. Was sich als gemeinsamer Nenner unserer Erfahrungen zeigt, läuft auf eine Regel hinaus, die wir als Richtlinie für zukünftige Handlungen hernehmen.

Das Gute an Überzeugungen ist, dass sie Verallgemeinerungen sind.
Es ist eine Verallgemeinerung, die meist funktioniert und uns viel Zeit erspart wenn wir uns mit der Komplexität des Lebens beschäftigen.

Das Schlechte an Überzeugungen ist, dass sie Verallgemeinerungen sind.
Es gibt Zeiten, in denen die wichtigen Komplexitäten in unseren Erfahrungen zu kurz kommen.
Weil Überzeugungen oft im Kindesalter entstehen, berücksichtigen sie auch nur diese Erfahrungen. Während unser Leben und die Lebensumstände weitergehen, bleiben unsere Überzeugungen oftmals in der Vergangenheit stecken.

Es ist unwahrscheinlich, dass eine Überzeugung, die du im Alter von 6 Jahren gebildet hast, auch im Erwachsenenalter gut für dich ist.

Unglücklicherweise lassen sich unsere Überzeugungen schwer aktualisieren.
Sobald eine Verallgemeinerung eingetreten ist neigen wir dazu, widersprüchliche Beweise zu ignorieren, zu verdrehen oder gar nicht erst zu sehen.

Wenn wir die Verallgemeinerung in Frage stellen und die gegensätzlichen Beweise zulassen, dann können wir die ursprüngliche Überzeugung abschwächen und aktualisierte Informationen aufnehmen.
Je präziser unsere Verallgemeinerung, desto eher nützt sie uns.

Du kannst Dich selbst dazu einladen bei diesen Faustregeln entspannt zu bleiben, indem Du eine einfache Technik anwendest und mögliche Ausnahmen anerkennst.

Zum Beispiel:
Ich komme immer zu spät -> ich komme immer zu spät, außer wenn ich es nicht tue.
Er ist niemals freundlich zu mir -> er ist niemals freundlich zu mir, außer wenn er es doch ist.
Sie kommt immer zu spät -> sie kommt immer zu spät, außer wenn sie pünktlich ist.

Der „außer wenn“ – Teil des Satzes lädt Dich dazu ein, Zeiten zu berücksichtigen, zu denen die Überzeugung nicht wahr war.
Das wird auch nur mit der verbalen Technik gut funktionieren, aber unter Hinzunahme von EFT lässt sich die Verallgemeinerung leichter lösen und man vereinfacht den Weg für ein Update der Überzeugung in kürzeren Zeitabschnitten.

Anleitung:

– Sprich die Überzeugung laut aus und schätze auf einer Skala von 0-10 ein, wie stark sie ist.
– Klopfe 3x den Karatepunkt (Handkante), während Du sagst: „Auch wenn ich

[Überzeugung], liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin und wie ich mich fühle“.
– Klopfe während der Runde abwechselnd Überzeugung und Ausnahme
– Sprich die Überzeugung noch einmal laut aus. Wie stark ist sie jetzt?
– Wiederhole den Prozess so oft, wie es nötig ist.

Das war’s schon.
„Außer wenn“-Tapping (oder Einwand-Tapping) ist kein Refraiming, sondern es geht eher darum, das Gerüst der Überzeugung zu lösen.

Zum Beispiel:
1   HK (Handkante): Auch wenn ich immer zu spät komme, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin und wie ich mich fühle.

2   AB (Augenbraue): Ich komme immer zu spät
3   SA (Seite vom Auge): außer, wenn ich es nicht tue.
4   UP (unter der Pupille): Ich komme immer zu spät
5   UN (unter der Nase): außer, wenn ich es nicht tue.
6   UL (unter der Lippe): Ich komme immer zu spät
7   SB (Schlüsselbein): außer, wenn ich es nicht tue.
8   UA (unter dem Arm am Körper, etwa in Höhe des BHs): Ich komme immer zu spät
9   Kopf: außer, wenn ich es nicht tue.

Kommen wir noch mal zu den Überzeugungen über das kein Blatt vor den Mund nehmen.

Auch wenn man mich kritisiert, wenn ich kein Blatt vor den Mund nehme, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin und wie ich mich fühle.

AB: man kritisiert mich, wenn ich kein Blatt vor den Mund nehme
SA: außer, wenn man es nicht macht
UP: man kritisiert mich, wenn ich kein Blatt vor den Mund nehme
UN: außer, wenn man es nicht macht
UL: man kritisiert mich, wenn ich kein Blatt vor den Mund nehme
SB: außer, wenn man es nicht macht
UA: man kritisiert mich, wenn ich kein Blatt vor den Mund nehme
Kopf: außer, wenn man es nicht macht

Zwei Beispiele zum Thema Schmerz:

Auch wenn ich ständig Schmerzen habe, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin und wie ich mich fühle.

AB: ich habe ständig Schmerzen
SA: außer, wenn sie nicht da sind.
UP: ich habe ständig Schmerzen
UN: außer, wenn sie nicht da sind.
UL: ich habe ständig Schmerzen
SB: außer, wenn sie nicht da sind.
UA: ich habe ständig Schmerzen
Kopf: außer, wenn sie nicht da sind.

Auch wenn der Schmerz immer da ist, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin und wie ich mich fühle.

AB: der Schmerz ist immer da
SA: außer, wenn er nicht da ist
UP: der Schmerz ist immer da
UN: außer, wenn er nicht da ist
UL: der Schmerz ist immer da
SB: außer, wenn er nicht da ist
UA: der Schmerz ist immer da
Kopf: außer, wenn er nicht da ist

Das Muster ist ganz einfach – die Ausnahme folgt der Verallgemeinerung.
Es geht nicht darum, die Überzeugung direkt in etwas Nützlicheres zu verändern, sondern sie soweit durcheinander zu bringen, dass wir uns erlauben, sie durch persönliche Erfahrungen in etwas upzudaten, das besser in unsere Welt passt.
Es mag Gelegenheiten geben in denen du für das, was du sagst, kritisiert wirst, aber das ist nicht das Gleiche wie die Vorstellung oder das Handeln, als wenn das immer passieren würde.

Hier ein paar weitere Beispiele:

Ich kann nicht…, außer ich kann es doch.
Niemals… ich, außer, wenn ich … doch…
Immer… ich, außer wenn ich … doch nicht.
Ich muss…, außer wenn ich es nicht muss.
Ich sollte…, außer wenn ich es nicht sollte.
Ich tue… nicht, außer wenn ich es doch tue.

Dieser Prozess wurde inspiriert von einer Idee des Therapeuten Bill O’Hanlon – www.billohanlon.com

Natürlich kannst du das auch mit Energy EFT machen.

Herzheilungshaltung: meine ständigen Schmerzen

Auf dem Kopf: ich habe ständig Schmerzen
Drittes Auge: außer, wenn sie nicht da sind.
Augenbraue: ich habe ständig Schmerzen
Seite vom Auge: außer, wenn sie nicht da sind.
Unter dem Auge: ich habe ständig Schmerzen
unter der Nase: außer, wenn sie nicht da sind.
Unter dem Mund: ich habe ständig Schmerzen
Schlüsselbein: außer, wenn sie nicht da sind.
Daumen: ich habe ständig Schmerzen
Zeigefinger: außer, wenn sie nicht da sind.
Mittelfinger: ich habe ständig Schmerzen
Ringfinger: außer, wenn sie nicht da sind.
kleiner Finger: ich habe ständig Schmerzen
Karatepunkt: außer, wenn sie nicht da sind.

Probiere es gerne aus und schreib doch im Kommentar, wie es dir gefällt.

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Als Energetischer Coach und META Health Master Practitioner bin ich dein Online-Coach für Klopfen und mehr und begleite dich auf deinem Weg in die Schmerzfreiheit. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann melde dich doch für mein kostenloses Kennenlerngespräch an.
2017-08-10T08:48:26+00:00

8 Comments

  1. Sylvia Honnacker 19. August 2016 um 17:59 Uhr - Antworten

    Hallo,
    diese Übung kommt wie gerufen! Denn immer, wenn ich Hilfe brauche, hab ich gerade meine hilfreichen Tools verlegt, vergessen oder außer Kraft gesetzt – außer, wenn ich es nicht tue, wenn ich sie parat habe! 🙂 Oder neue Hilfe erhalte! 🙂

    Danke!
    Liebe Grüße, Sylvia

    • Michaela Thiede 19. August 2016 um 18:33 Uhr - Antworten

      Das freut mich aber, liebe Sylvia. 🙂
      Viel Spaß damit.

      Liebe Grüße
      Michaela

  2. Regina Wedel 20. August 2016 um 07:31 Uhr - Antworten

    Liebe Michaela,

    das hört sich sehr gut an und öffnet auch etwas in mir, nämlich die Wahrnehmung für die Einschränkungen, die ich habe. Ich werde es umgehend probieren, danke dafür.
    R.Wedel

    • Michaela Thiede 20. August 2016 um 11:21 Uhr - Antworten

      Das hört sich doch schon mal gut an.
      Ich wünsche viel Spaß beim ausprobieren und freue mich natürlich, wenn du berichtest, was du damit verändern könntest.

      Liebe Grüße
      Michaela

  3. Regina 19. März 2018 um 07:04 Uhr - Antworten

    Hallo Michaela, ich habe die Übung gleich ausprobiert und große Erleichterung dafür bekommen, mich ausdehnen zu dürfen und dieses einengende Schema: „ich bin so und so“ mal versuchsweise verlassen zu dürfen. Da geht was auf im Kopf und mein Gehirn und mein Denken entspannen sich. Das tut gut.

    • Michaela Thiede 19. März 2018 um 07:48 Uhr - Antworten

      Hallo Regina,
      wie schön, dass du eine große Erleichterung gespürt hast.

      Eine Ergänzung wäre noch, dass du dich anschließend fragst:
      Wie möchte ich mich dazu fühlen?
      Welchen Glaubenssatz möchte ich stattdessen glauben und integrieren?

      Und dieses Gefühl bzw. den Glaubenssatz dann für einen Monat täglich spüren bzw. laut aussprechen.

      Vielleicht magst du es ja ausprobieren.

      Liebe Grüße
      Michaela

  4. Ursula 2. September 2018 um 11:57 Uhr - Antworten

    Hallo liebe Michaela möchte mich zuerst mal bei Dir bedanken dass du Du uns erstens soviel Mut machst. Und es ist nicht selbstverständlich dass Du uns allen soviel Material schenkst.ich war eine Zeitlang weg und konnte mich mich nicht mehr so in das viele Material einlesen.Trotztdem konnte ich auf der Reise einem Mann helfen mit Klopfen er hat ganz starke Ängste (ansia) wir versuchten es ,und er fand es gut.jetzt noch eine Frage auch wenn ich immer Schmerzen haben kann ich da noch die Stelle einsetzen wo der Schmerz ist? Oder genügt der Schmerz. Danke Michaela wünsche schönen Sonntag.Ganz lieber Gruß Ursula.??

    • Michaela Thiede 2. September 2018 um 15:07 Uhr - Antworten

      Liebe Ursula,
      wie schön, dass dir meine Artikel weiterhelfen und du mit „Klopfen“ schon jemand anderem helfen konntest.

      Je präziser du bist, desto effektiver wirkt Klopfakupressur.
      „ich habe ständig stechende Schmerzen im unteren Rücken“ oder „ich habe immer diese pochenden Schmerzen an der linken Schläfe“ usw. wäre noch viel besser.
      Danke für die Nachfrage und gute Besserung.

      Liebe Grüße
      Michaela

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