Die Freiheit liegt darin, dich selbst besser kennenzulernen

Ein Date mit dir selbst, damit dein Alltag leichter wird - mit Beispielen und Reflexionsfragen

Dieser Blogbeitrag ist meine Einladung, dich besser kennenzulernen, zu erkennen, wo sich vielleicht schon etwas in dir und für dich verändert hat, das dir noch gar nicht aufgefallen war, und neugierig zu werden. 

Neugierig darauf, dich kennenzulernen und dich selbst noch mal zu daten.
Dabei wünsche ich dir ganz viel Freude.

Was entdeckst du, wenn du bei dir genauer hinschaust?

Besonders, wenn du etwas verändern möchtest, ist es wichtig, dich gut zu kennen, damit du dein übliches Verhalten, deine Ablenkungsmuster, usw. direkt auf dem Schirm hast und mit in den Veränderungsprozess einplanen kannst.

Dadurch fallen einige Steine, die du dir sonst in den Weg legen könntest und die dich boykottieren (bzw. beim "scheitern" unterstützen würden), direkt weg.

Wenn wir altbekannte Gedanken, die ständig auftauchen, aber nicht wahr sind und zu nichts Gutem führen (quasi Spam - Gedanken), schnell erkennen und identifizieren, reagieren wir nicht auf sie bzw. fallen nicht darauf rein.  

Wenn wir eine E-Mail kriegen, in der uns ein Scheich aus Haithabu 30 Millionen vererbt hat und auffordert, schnell zu antworten, ist uns sofort klar: Das ist Fake! Darauf brauche ich nicht zu reagieren!

Wenn uns Gedankenmuster, die immer wieder auftauchen, genauso klar sind, dann fällt es uns leicht, sie einfach zu ignorieren und damit umzugehen, wie mit Spam-E-Mails - nämlich ihnen keine Aufmerksamkeit zu schenken. 

Das führt dazu, dass diese alten Gewohnheiten und Muster ihre Kraft verlieren und uns nicht mehr dazu verleiten können, Dinge zu machen, die wir eigentlich gar nicht machen wollen.
Oder uns davon abzuhalten, Dinge zu erledigen, die wir eigentlich tun wollen - und das ist richtig cool.

dich selbst kennenlernen

Wenn du geübt darin bist, dich selbst zu verurteilen oder zu beschimpfen, wenn irgendwas nicht so klappt, wie du dir vorgenommen hast, dann lade ich dich direkt zu einem Perspektivwechsel ein: 

💡Was wäre, wenn es nicht so ist, dass du etwas falsch machst, sondern dass du, um zu deinem Ziel zu kommen, aktuell ein System nutzt, das nicht das Ergebnis bringt, was du möchtest?

Lies das bitte noch einmal!

Im ersten Moment klingt das vielleicht nach Korinthenkackerei oder Reframing, weil es doch egal ist, wie man es nennt. 

Der große Unterschied liegt für mich darin, dass wenn ich den Fehler nicht mehr bei mir, sondern im System suche, ganz viel Selbstverurteilung, Selbstvorwürfe, Beschimpfungen usw. wegfallen.

Es klingt doch viel einfacher, ein System zu verändern, als sich selbst, oder?

Wichtig !!!
Es geht bei allem, was du über dich herausfindest und aufdeckst, NIE darum, zu sagen: Sorry, so bin ich eben. Kann man nix machen. Du kannst es sogar in meinem Human Design, Gene Keys, Horoskop, Numerologie, … nachlesen. Leb damit!

Sondern genau um das Gegenteil:

Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen - für dich, deine Gefühle und dein Verhalten.

Dein "Divine Engineering", wie Mavis Karn es nennt, deine "Intelligente Lebensarchitektur", besser kennenzulernen. Dein wahres Ich. Deinen göttlichen Kern. Deinen Funken des Universums. Wie auch immer du es nennen möchtest.

Das, was du wirklich bist - jenseits aller Muster, Glaubenssätze und Co.

Und natürlich darum, dir selbst auf die Schliche zu kommen: Warum reagiere ich SO, während andere anders reagieren? Warum mache ich oft Dinge, die ich "eigentlich" gar nicht machen will? Kann es sein, dass ich mir selbst manchmal ein Bein stelle? Und wenn ja - wie höre ich damit auf?

Wie tickst du denn so?

Dass es uns hilft, uns - unsere Verhaltensweisen, Muster und typischen Reaktionen - besser zu kennen, war mir nicht neu. Das ist gerade im Zusammenleben mit anderen Menschen so wichtig. (Ich sag mal: Knöpfe drücken und so 😉)

Seit ich das Buch "Die Kraft der Systeme – wie Sie ein Leben erschaffen, das funktioniert" von Steve Chandler und Trevor Timbeck gelesen habe, wurde mir noch bewusster, wie wichtig es ist, dass wir wissen, wie wir ticken, wenn wir etwas verändern wollen.

Um ein bestehendes System zu verändern, muss ich erst einmal wissen: Welches System nutze ich denn jetzt?
Und da … stehen wir ganz schnell ganz gehörig auf dem Schlauch! Es sieht oft aus, als gäbe es kein System.

Würden wir uns aber besser kennen, würde es uns leichter fallen, unsere typischen Gewohnheiten (Systeme!) aufzudecken. 

Dieser Blogbeitrag ist (d)eine Reise zu dir.

Natürlich kannst du ihn auch einfach "nur" lesen. Aber wenn du ihn nutzt, um dich selbst besser kennenzulernen und zu verstehen, wie du tickst, dann wirst du viele Situationen anders erleben.

Denn: Je besser wir uns, unsere "typische Reaktion" und unser Verhalten verstehen, desto leichter wird unser Alltag.

Unser Kopf bzw. unser Verstand ist so schnell darin, uns in etwas reinzuquatschen, das wir "eigentlich" gar nicht wollen. 
Je früher wir das erkennen, desto weniger oft fallen wir darauf rein und machen mehr von dem, da wir "eigentlich" wollen.

Beispiel:

Ich möchte mich mehr bewegen und prinzipiell könnte ich das zu jeder Tageszeit machen. Da ich mich aber kenne und weiß, dass aus "ich möchte mich mehr bewegen" ein "ich MUSS mich noch bewegen" wird, wenn mein Kopf (viel) Zeit hat darüber nachzudenken, bewege ich mich gleich morgens.
Ansonsten würde "ich habe mich heute noch nicht genug bewegt" den ganzen Tag durch meinen Kopf geistern.
Mein Verstand könnte sich jede Menge Dinge ausdenken, wie z.B. ich habe keine Lust, das Wetter ist blöd, der Rücken tut weh, gestern habe ich mich doch genug bewegt, ich fühle mich nicht danach, … was vielleicht dazu führen würde, dass ich den Sport heute mal ausfallen lasse - und mich hinterher ärgere, dass ich mich nicht genug bewegt habe.

Fazit: ich hätte mich selbst ausgetrickst und nicht das gemacht, was ich "eigentlich" machen wollte.

Da ich mich kenne, mache ich den Sport direkt morgens.

So komme ich erst gar nicht in diese Verlegenheit, auf die Ausreden zu hören und alle möglichen Gedanken(tricks) dazu fallen direkt weg. 

Kannst du erkennen, wie hilfreich ist, allein diese "Kleinigkeit" zu kennen?

In diesem Beitrag findest du viele Beispiele von mir, die prinzipiell total unwichtig sind, denn sie sind nur (m)eine Einladung für dich, hinzuschauen:

Wie gehe ich damit um?
Was fällt mir leicht?
Wo stehe ich mir im Weg?
Wie mache ich xy?
Wie trickse ich mich selbst aus?
Welche typischen Gedanken habe ich?
Wie reagiere ich automatisch?

Das könnte eine spannende Reise werden.

Schnall dich an, denn es geht los!

Woran merkst du, dass du gestresst bist? 

Mir selbst fällt es manchmal relativ spät auf, wenn ich gestresst bin. Früher habe ich es allerdings oft erst dann gemerkt, wenn ich schon im roten Bereich lief.

Heute kenne ich (m)eine Frühwarnsysteme, dass ich gestresst bin und es kommen immer neue auf die "Liste" dazu, die mir bewusst werden.

Ich merke es z.B. daran, dass ich überhaupt keine Geduld habe (weder mit mir noch mit anderen), andere Leute ALLES falsch machen, ich mich irgendwo stoße (man könnte sagen: Mein Kopf ist meinem Körper schon voraus), ich innerlich unruhig bin und gefühlt "unter Strom" stehe, dass meine Gedanken mit Tempo 200 durch meinen Kopf rauschen, dass ich vergesse, was ich gerade wollte, dass die Katzen mir aus dem Weg gehen, usw.

All diese Dinge sind sozusagen eine Rückkopplung - eine Erinnerung oder ein Hinweis, dass ich gerade gestresst bin und eine Einladung, einen Gang runterzuschalten oder eine Pause zu machen.

Woran merkst du, dass du gestresst bist?
Wenn dir nichts einfällt, dann frag doch mal Menschen in deinem Umfeld, woran sie erkennen, dass du gestresst bist. 😉

Was machst du üblicherweise, wenn du gestresst bist?

Wir haben uns oft angewöhnt, Stress und die damit verbundenen Körperempfindungen nicht spüren zu wollen und uns - bewusst oder unbewusst - eine Taktik (oder ein System 😉) überlegt, um besser damit umgehen zu können.

Bei manchen Menschen wirkt sich Stress auf das Essverhalten aus. Sie sind z.B. Stressesser und gehen dann gewohnheitsmäßig an den Kühlschrank. Andere snacken und greifen zu Süßigkeiten und Co. Die nächsten stopfen alles in sich rein, was sie finden können. Andere wiederum hören bei Stress auf zu essen und "vergessen" es regelrecht.

Es muss auch gar nichts mit Essen zu tun haben, denn einer greift zur Zigarette, geht shoppen, spielt, genehmigt sich einen Drink, treibt exzessiv Sport, trinkt einen (den nächsten) Kaffee oder Energydrink, räumt auf oder putzt, um wenigstens etwas kontrollieren zu können, scrollt durch Social Media, kaut an den Nägeln, … 

Was machst du, wenn du gestresst bist?

Wie immer geht es nur darum, dass wenn du den Stress an sich vielleicht nicht bemerkst, an den Verhaltensweisen erkennen kannst: oh, bin ich gerade gestresst? und dann für etwas Ruhe oder Ausgleich sorgst.

Was das sein könnte, kannst du bei "Was lässt dich lebendig fühlen? Was bringt dich auf andere Gedanken? Was tut dir gut?" sammeln.

Stress bewältigen

Was sorgt für "miese Stimmung"?

Auch wenn schlechte Laune - genau wie alle anderen Emotionen - immer selbstgemacht ist, gibt es Faktoren, die dazu beitragen können.
Was sind deine?

Bei vielen Menschen geht die Stimmung z.B. in den Keller, wenn sie hungrig oder müde sind. Die Nerven liegen schneller blank, sie sind leichter genervt oder gestresst … und greifen dann eher zur "Ablenkung ihrer Wahl" (siehe: wann greifst du zu …). 

Das ist gut zu wissen und wir können dafür sorgen, dass wir regelmäßig essen, generell genug schlafen und Pausen in den Tag einplanen.

Was hilft dir, mies drauf zu sein?
Bestimmte Musik, Gerüche, Sprüche oder Verhaltensweisen?

Es geht weder darum, etwas davon zu vermeiden, noch, es zu ändern.
Es reicht, dir darüber bewusst zu werden.

Wenn dir auffällt, dass du in Richtung schlechte Laune pendelst, kannst du "gegensteuern" und wieder zu dir, in den Moment kommen. 

Zeit zur Reflexion:

Welche "Frühwarnsignale" für Stress hast du bei dir entdeckt?
Was sind deine typischen "Stress-Verhaltensweisen"?
Was beeinflusst deine miese Stimmung?

Welche Gefühle willst du möglichst vermeiden und/oder nie haben?

Mir scheint, dass so ziemlich jeder eine "Lieblingsemotion" hat, die er nicht oder nur sehr ungern erleben möchte.

Wut macht z. B. vielen Menschen Angst. Zum einen, weil sie so kraftvoll ist und man sich wie eine Dampfwalze fühlen kann, die alles überrollt.
Aber auch, weil sie als Kind vielleicht keine Wut ausleben durften und wenn sie es doch gemacht haben, dafür bestraft wurden.
Das führt oft dazu, dass man Wut auch viele Jahre oder Jahrzehnte später nicht zulassen kann, weil sie das Label "gefährlich" hat.

Ein Gefühl, dass ich (noch) nicht gut tolerieren kann, ist Angst. Wobei es eher einzelne Körpersymptome sind, die das Label "nicht akzeptabel" haben, während mir andere weniger ausmachen.

Neid gehört(e) auch dazu. Ich möchte nicht neidisch sein, sondern anderen Menschen von Herzen alles gönnen.
Irgendwann habe ich entdeckt, dass es gar nicht "entweder oder" sein muss. Ich kann mich mit Menschen mitfreuen über das, was sie sich leisten oder erreicht haben und gleichzeitig ein bisschen (oder viel) neidisch sein. Das hat mir geholfen, auch Neid zuzulassen.

Was wäre, wenn es okay ist, neidisch zu sein?
Wenn das nichts über mich als Mensch oder meinen Charakter aussagt? Wenn es einfach Gedanken sind, die mir in den Sinn kommen, und die ich in diesem Moment glaube?
Nicht mehr und nicht weniger.

Welche Gefühle magst du nicht? Welche Gefühle willst du nicht spüren?
Und: Was machst du, um sie zu vermeiden?

Es ist wirklich spannend, dass wir zum Beispiel lachen können, um nicht zu weinen oder wütend werden, um Angst zu übertünchen.

Genausogut können wir uns auch mit der "Droge" unserer Wahl davon ablenken, diese Emotion zu spüren. (Wann greifst du zu Zigarette, Süßigkeiten, Shopping, Alkohol, …)

Wie ist es bei dir?

von Frustration zu Bewusstheit

Wenn du nicht gut drauf bist / es dir nicht gut geht …

Wie möchtest du behandelt werden, wenn du in mieser Stimmung bist?
Möchtest du einfach nur deine Ruhe? Möchtest du darauf hingewiesen werden? Gehst du eher unter Leute oder in den Wald? Hörst du Musik oder einen Podcast/ein Hörbuch?

Wie ist es, wenn du krank bist oder Schmerzen hast?
Möchtest du betüdelt werden? Möchtest du, dass jemand nachfragt oder lieber nicht? Tut dir eine Umarmung gut oder magst du keine Berührungen? Möchtest du einfach nur allein sein und deine Ruhe haben?

Dir über diese Dinge klar zu sein ist vielleicht weniger wichtig, wenn es um Veränderungsprozesse geht, aber es ist hilfreich, es zu wissen, denn nur dann kann man es auch kommunizieren.

Es ist einfach gut zu wissen, wenn der Partner bei Schmerzen überhaupt keine Berührung mag, man selbst aber gerne in den Arm genommen werden möchte und das daher sonst auch beim Partner machen würde.

Wie tickst du in solchen Situationen?

Zeit zur Reflexion:

Welches Gefühl oder welche Gefühle möchtest du, wenn möglich, nicht spüren?Welche Vermeidungsverhalten sind dir aufgefallen?
Was wünschst du dir von deinem Umfeld, wenn du mies drauf oder krank bist?

Was ist dein typisches Gefühl, wenn etwas nicht klappt?

Mit Human Design kenne ich mich nicht wirklich gut aus, aber einige Dinge daraus haben dazu geführt, dass ich mich besser verstehe.
Zum Beispiel, mein übliches "Not-Self-Gefühl" oder "Nicht-Selbst-Gefühl" zu kennen und zu benennen. Das, was automagisch aufkommt, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es gern hätte.

Bei mir steht da eindeutig Frustration im Vordergrund.
Der Kopf fällt nach vorne, die Schultern hängen runter und ich stöhne (zumindest innerlich) auf.
Das Gefühl ist mir gut bekannt, denn es ist sofort da, wenn etwas nicht nach meiner Nase geht, nicht schnell genug geschieht, absolut nicht klappen will, usw.

Der Begriff Frustration hat mir geholfen, dass es mir jetzt noch schneller auffällt, wenn ich "drin" bin. Ich sehe nicht mehr die Gefühlsmischung, sondern Frustration.
Und dieser Begriff ist wie eine Rückkopplung - eine Erinnerung, dass ich mich gerade gegen "das Leben" wehre oder zumindest dagegen ankämpfen will.

Oh, ich bin frustriert, im Not-Self. Ich bin gerade nicht "ich selbst". Also brauch ich weder das Gefühl noch die ganzen Gedanken, die in meinem Kopf rumspuken, ernst zu nehmen.

Er bringt mich wieder ins Hier und Jetzt, anstatt im Genervtsein zu versacken. (und ich konnte dort lange und tief versacken!)

Wut kommt in solchen Momenten auch hin und wieder auf und ist dann sehr deutlich spürbar. Auch sie erkenne ich immer öfter als: okay, ich bin gerade nicht "ich selbst".

Und schon ist direkt die Luft raus.

Das heißt, die normalen, üblichen Reaktionen auf die Wut oder Frustration stoppen früher oder ich bemerke es schon, bevor ich richtig in der Emotion "drin" bin.
Allein DAS macht schon einen Riesenunterschied aus!

Was ist deine erste, übliche Reaktion, wenn etwas schief läuft?

Wann greifst du zu Zigarette, Süßigkeiten, Shopping, Alkohol, …

Vielleicht ist deine erste Antwort: Ich weiß es nicht.

Okay, das ist relativ normal, aber was machst du damit? Mit den Schultern zucken und innerlich abhaken? Oder neugierig werden und "beobachten"?

Damit meine ich nicht, mit Argusaugen alles kontrollieren zu wollen, sondern wann immer dir auffällt, dass du zur Kippe, in die Chipstüte oder zum Bier greifst - neugierig zu werden: Was war vorher da? Welche Emotion oder welcher Gedanke - was hat mich dazu motiviert, zur Zigarette/Süßigkeit/Alkohol/… zu greifen?

Vielleicht dauert es einen Moment, bis du (d)ein Muster erkennst, denn diese Gewohnheiten können sich so verselbstständigt haben, dass sie innerhalb von Millisekunden automagisch und gefühlt zeitgleich ablaufen.

Wie immer geht es nicht darum, mit dem, was du entdeckt hast, irgendwas zu machen.
Es geht "nur" darum, dir dessen bewusst zu werden.

Nur in Anführungszeichen, denn Bewusstsein ist der Schlüssel.

Wenn du herausgefunden hast, dass du z.B. zur Zigarette greifst, wenn du genervt bist, bei Langweile anfängst zu naschen, zum "runterkommen" Alkohol trinkst, … dann hast du beim nächsten Mal die Möglichkeit, dich bewusst zu entscheiden: will ich das jetzt, anstatt automatisch der Gewohnheit zu folgen.

Du kannst dir auch überlegen, welche anderen Wege es zum "entnerven", mit Langeweile umgehen und runterkommen gibt.

Es kann auch (d) ein Belohnungsverhalten sein, z. B. dass du dir Süßigkeiten oder ein Glas Wein erlaubst, wenn du irgendwas Unangenehmes erledigt hast.

Was ist es bei dir?

Zeit zur Reflexion:

Was ist dein typisches Gefühl, wenn etwas nicht direkt so klappt, wie du es dir vorstellst?
Du bist nicht du, wenn du _________ bist - was ist es bei dir? (es können natürlich auch mehrere Dinge sein!)
Wann greifst du besonders schnell zur "Ablenkung"? (Zigarette, etc.)

Wie triffst du Entscheidungen?

Fällt es dir generell leicht oder tust du dich damit eher schwer?
Bist du eher Team Bauchgefühl oder Pro- und Contra-Liste?
Was "brauchst" du, damit du dich gut oder leicht(er) entscheiden kannst?

Wie ist das bei dir? Gibt es vielleicht Themen, bei denen es komplizierter ist als bei anderen?
Gut zu wissen!

Bei der nächsten Entscheidung, die ansteht, brauchst du dann nicht über dich genervt zu sein, wenn dir bewusst ist: so treffe ich (aktuell) Entscheidungen, sondern kannst dafür direkt mehr Zeit oder nötige "Eckdaten", die du brauchst, einplanen.

Entscheidungen

Du kannst dich nicht entscheiden

Früher dachte ich übrigens, dass Entscheidungen, die ich jetzt treffe, unumstößlich sind und auch in 40+ Jahren noch richtig sein müssen.

Kein Wunder, dass es mir so schwerfiel, etwas zu wählen, denn wie soll ich heute wissen, ob eine Entscheidung in 1 Woche, 3 Monaten oder 5 Jahren noch stimmig ist?

Das ist unmöglich!

Ich treffe eine Entscheidung mit den Daten, die mir jetzt zur Verfügung stehen, aus der Stimmung heraus, in der ich jetzt bin und aus dem Gefühl heraus, was in diesem Moment stimmig und "richtig" ist.

Da Gedanken sich ständig ändern und andere Gefühle mit sich bringen, kann das Endergebnis nicht fest sein.
1 + X können nicht dauerhaft 4 sein, wenn X immer durch eine andere Zahl ersetzt wird.

Daher ist es auch total okay, wenn ich mich umentscheide. 

Je mehr wir uns dazu zwingen, jetzt eine Entscheidung treffen zu müssen, desto schwieriger wird es übrigens, weil wir dann nicht "klar im Kopf" sind, da die ganzen Pro- und Kontra-Gedanken dort Tango tanzen. Unser Kopf ist voll.

Was wäre, wenn auch "ich weiß nicht" eine Antwort für den Moment sein könnte?
Was wäre, wenn es okay ist, für einen Moment aufzuhören, nach einer Antwort zu suchen?

Erledigst du Dinge eher Last Minute oder sofort?

Nehmen wir an, du gehörst zu den "Deadline-Junkies",, die alles auf den letzten Drücker erledigen. Es ist nicht verwunderlich, wenn du nicht alles schaffst, wenn bei dir 48 Dinge am Deadline-Gate Schlange stehen und darauf warten, erledigt zu werden.😉 Dieses System kann einfach nicht funktionieren!

Wenn du dich kennst und weißt, dass das aktuell dein "normales Verhalten" ist, Dinge immer auf den letzten Metern zu machen, dann kannst du das mit einplanen.

So wie sich manche Menschen ihre Uhren 10 Minuten vorstellen, damit sie nicht zu spät, sondern pünktlich kommen. 

Wie ist das bei dir?
Macht es Sinn, extra Zeit in deine Systeme einzuplanen?

Gehörst du zu den Aufschiebern?

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Oder doch eher:
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen?

Schiebst du gerne Dinge auf die lange Bank bzw. leidest du, wie man heute so schön sagt, unter Prokrastination oder Aufschieberitis?

Quälst du dich mit Dingen, die heute erledigt werden "müssen" seit dem Aufwachen und musst vielleicht sogar länger wach bleiben, damit du es abarbeiten kannst?

Dann könnten Frösche etwas für dich sein, bzw. Eat the frog. 😉Das ist eine Art des Zeitmanagements, bei der man die unangenehmste oder schwierigste Aufgabe zuerst erledigt. (quasi die Kröte isst)

So wie ich es mit dem Sport mache, damit ich mir nicht den ganzen Tag gedanklich vorbete, was ich noch zu tun habe (nämlich: SPORT MACHEN!)

Vielleicht sind es bei dir auch eher größere Projekte oder Aufgabe, die du vor dir herschiebst.
Oder du fängst an … und hörst mittendrin auf, weil (hier ist Platz für all deine Begründungen).

Und ehrlich gesagt ist das "warum" total egal, denn es hilft dir nicht, es beim nächsten Mal anders zu machen.

Was allerdings nicht egal ist, ist zu wissen, wie du tickst.

Dann kannst du nämlich in dein System, etwas zu erledigen, direkt eine "Sicherung" einbauen, die dein übliches Verhalten ausbremst und dich dabei unterstützt, dein Vorhaben umzusetzen.

Zeit zur Reflexion:

Fallen dir Entscheidungen generell leicht/schwer oder gibt es Unterschiede? Wenn ja - was macht den Unterschied aus?
Was hast du über dich und Entscheidungen neu entdeckt?
Wenn du wüsstest, dass eine Entscheidung nicht "für immer" ist - könntest du dich dann leichter entscheiden?

Wie sehen deine Ziele aus?

Setzt du dir Ziele? Und wenn ja, wie sehen deine Ziele aus?
Motivieren dich Stretch-Ziele, für die du dich wirklich anstrengen musst?
Oder steckst du eher den Kopf in den Sand, wenn du merkst, dass dein Ziel unerreichbar aussieht?

Als ich vor vielen Monaten entschieden habe, mich mehr zu bewegen, habe ich meine tägliche "Mindestschrittzahl" so angesetzt, dass ich sie problemlos erreichen kann, wenn ich hin und wieder gucke: wie viele Schritte waren es denn bisher?

Ich weiß, dass ich direkt auf "frustriert" umschalte, wenn ich sehe: Das wird heute nichts. Und dass ich die Tendenz habe, dann alles hinzuschmeißen, weil "es ja doch nichts wird".
Daher war mir klar, dass mir ein Stretch-Ziel nicht weiterhilft, während jemand anders gar nicht erst anfängt, wenn das Ziel nicht den Ehrgeiz kitzelt.

Was motiviert dich, ein Ziel zu erreichen?
Reagierst du eher auf Belohnung oder Bestrafung?
Ist es ein Anreiz, wenn am Ende 100.000€ auf dich warten? Oder motiviert es dich eher, wenn du 100.000€ Strafe zahlen musst, wenn du dein Ziel nicht erreichst?
Oder ist es etwas ganz anderes?
Wie tickst du?

Belohnung

Wenn du irgendwas tust, was du eigentlich nicht willst, kann es ein Belohnungsverhalten sein? Z. B. dass du dir Süßigkeiten oder ein Glas Wein oder dieses paar Schuhe erlaubst, wenn du irgendwas Unangenehmes erledigt hast?

Dich selbst entdecken

Wie begeisterungsfähig bist du?

Ich bin zum Beispiel schnell begeistert, finde viele Ideen und Projekte klasse und würde am liebsten direkt zusagen und mich an die Umsetzung machen.
Allerdings habe ich bemerkt, dass die Begeisterung oft auch schnell wieder verfliegt.

Daher ist es für mich hilfreich, einfach erst eine Nacht drüber zu schlafen und dann weiterzusehen bzw. nachzuspüren: ist der Begeisterungsfunke noch da oder schon erloschen? Ist die Idee immer noch gut bzw. zieht es mich immer noch zu dem, was ich so euphorisch kaufen oder machen wollte? Oder hat es sich schon erledigt?

Seit mir das bewusst ist, habe ich viel "unnötige" Zeit gespart, die ich vorher mit der teilweisen Umsetzung von Dingen verbracht habe, die dann nie fertig wurden.

Wann veränderst du etwas?

Es gibt Menschen, die picken sich ein "Ding" raus, das sie verändern wollen und fangen direkt damit an.
Andere warten auf ein bestimmtes Datum, wie z.B. Neujahr, und starten dann.
Wieder andere warten so lange, bis ihr inneres Fass übergelaufen ist, um dann richtig "mit Karacho" loszulegen und womöglich gleich 7 Dinge auf einmal ändern zu wollen.

Wenn es deine Tendenz ist, direkt dein ganzes Leben auf Links krempeln zu wollen, dann kann das Bemerken ein Hinweis sein: Mach mal langsam! Das funktioniert nicht so gut für mich!

Vermutlich bist du dann auch ziemlich gestresst - eine schöne Einladung, etwas zu machen, was dir gut tut und dir hilft, runterzufahren.

Wie ist das bei dir?

Zeit zur Reflexion:

Wann veränderst du etwas, das dich nicht unterstützt: sofort, zu einem Datum oder erst, wenn es richtig wehtut?
Wie kannst du dich beim Veränderungsprozess unterstützen? Was spielt dir in die Karten?
Funktioniert die Art von Ziele, die du dir setzt, für dich?

Welche Rahmenbedingungen unterstützen dich?

Als ich mit dem Rauchen aufgehört habe, "musste" ich immer eine Schachtel Zigaretten zu Hause haben. Für mich war wichtig, dass ich jederzeit rauchen könnte, es aber einfach nicht will und daher lasse.
Meine Mutter dagegen hat alle Zigaretten "aufgeraucht", sich dann keine neuen mehr gekauft und einfach aufgehört.

Zwei völlig andere Herangehensweisen.
Das System meiner Mutter war nichts für mich und umgekehrt.

Wüsste ich das aber nicht oder würde glauben, dass man keine Zigaretten im Haus haben darf, wenn man das Rauchen aufgeben will, hätte ich mir damit ein Bein gestellt.

Natürlich gibt es auch noch unzählige weitere Methoden, wie man mit dem Rauchen aufhören kann, wie z.B. Nikotinpflaster, Kaugummi, ein Buch darüber lesen, Hypnose, …

Die Frage ist: Was davon spricht mich an und ist für mich umsetzbar? Wie ticke ich?

Wenn ich z.B. weiß, dass es mir schwerfällt, nach einer halben Tüte Chips aufzuhören, fange ich vielleicht besser gar nicht erst damit an.

Wenn ich es nicht schaffe, nur ab und zu mal eine Zigarette zu rauchen, sondern es dann schnell eine Schachtel oder mehr wird, dann lasse ich es vielleicht besser ganz - weil es mir leichter fällt, gar nicht zu rauchen, als wenig(er) zu rauchen.

Vielleicht ist es für dich auch leichter, etwas ganz zu lassen, als wenig(er) davon zu machen.

Was fällt dir generell leicht(er)?
Was wäre, wenn wir es uns einfach machen dürfen?

Daher noch einmal die Frage:
Was möchtest du aufgeben oder anfangen und passt dein System zu dir? (Spoiler: du merkst es am Ergebnis!)

Faktoren für dein WOhlbefinden

Was bringt dich auf andere Gedanken? Was tut dir gut?

Was lässt dich lebendig fühlen?

Ich liebe z.B. Musiksendungen wie "The Voice of Germany" oder "Sing meinen Song" und fühle mich total lebendig, wenn ich den Menschen zuhöre, die ihre Arbeit lieben und darin aufgehen. Musik ist generell etwas, das mich auf andere Gedanken bringt und lebendig fühlen lässt.

Beim Lesen kann ich gut in eine andere Welt ein- und abtauchen.
Das gelingt mir auch, wenn ich eine (Krimi) Serie schaue.
Bewegung tut mir gut, wie z.B. tanzen, ein Workout oder ein Spaziergang.

Oder: die Vögel an der Futterstation beobachten, mich mit unseren Katzen beschäftigen, tief durchatmen, …

Was ist es für dich?

Motorradfahren, Kreuzworträtsel lösen, Musik hören, backen, Musik machen, Gartenarbeit, putzen, einen Freund anrufen, ausgehen, puzzeln, kochen, spielen, Konsole zocken, in der Natur sein, Wolken beobachten, meditieren, malen, schreiben, basteln, in der Hängematte liegen, einen Tee/Kaffee/Kakao … trinken, Inspirationskarte ziehen, Mandalas ausmalen, in der Badewanne liegen, in die Sauna gehen, … 

Planst, bzw. baust du es immer mal wieder bewusst in deinen Alltag ein?

Zeit zur Reflexion:

Welche Rahmenbedingung unterstützt dich?
Womit bringst du dich auf andere Gedanken?
Welche (kleinen) Ruhepole planst du ab diese Woche bewusst ein – konkret wann und wie lange?

Früher Vogel oder Langschläfer?

Wie funktionierst du am besten? Oder was fällt dir leichter? Bist du ein Frühaufsteher oder eher ein Langschläfer?
Ist es möglich, das, was dir mehr entspricht, in deinen Alltag zu integrieren?

Mir ist bewusst, dass es nicht immer funktioniert, aber manchmal ergeben sich Möglichkeiten erst, wenn man wirklich danach sucht anstatt es direkt als "geht nicht" abzuhaken.

Wann bist du am produktivsten?

Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich morgens schon produktiv bin. Die ersten Ideen kommen oft schon während des Sports oder unter der Dusche und ich starte meinen Arbeitstag mit kreativen Aufgaben und nicht mit (langweiligen) Routinen.

Würde ich mit Routinekram anfangen und die kreativen Dinge auf später verlegen, würde ich mir damit selbst im Weg stehen, weil ich dann nicht so leicht in den Flow komme.
Wie ist das bei dir?
Wann bist du am produktivsten und planst du das in deinen Tag ein?

Was tut deinem Körper gut?

Da du deinen Körper 24/7 bei dir hast, schadet es auch nicht, ihn besser kennenzulernen.
Was tut ihm gut? Was findet er nicht so toll?

Meine Haut mag es z.B. nicht, wenn ich flüssige Seife verwende und mir oft (und dann auch heiß) die Hände wasche. 

Mit wie viel Stunden Schlaf fühlst du dich am wohlsten?
Es geht nicht darum, ständig darauf zu achten, dass du unbedingt X Stunden schläfst, weil sonst Y. Überhaupt nicht.

Wenn du die Erfahrung gemacht hast, dass du dich mit 6 Stunden Schlaf am fittesten fühlst und es dir einfach gut tut - warum dann nicht diese Anzahl von Stunden generell einplanen, um dich und dein System zu unterstützen?

Welche Lebensmittel unterstützen dein Wohlbefinden?
Wenn es Nahrungsmittel gibt, die dir gut tun, dann klingt es nach einer hilfreichen Idee (oder einem passenden System), sie regelmäßig auf deinen Speiseplan zu setzen.
Und die Sachen, die du nicht gut verträgst oder dir nicht bekommen, nicht mehr so oft zu essen.

Ruhe & Pausen - was brauchst du mindestens und was ist wünschenswert?
Viele Menschen haben sich angewöhnt, erst dann eine Pause zu machen, wenn es nicht anders geht - dann oft durch Unterstützung ihres Körpers, der "den Stecker zieht".

Spür nach, wie oft dein Körper-Geist-System dir das Signal "Pause" schickt. (und wie oft du es überhörst/übergehst)
Gibt es Situationen, in oder nach denen du regelmäßig spürst: jetzt wäre eine Pause nötig? Nimmst du sie dir dann auch? Planst du sie bewusst ein?

Wenn dir wirklich bewusst ist, dass dein Körper dich irgendwann zu einer Pause zwingt, wenn du sie nicht freiwillig nimmst - weil er auf deiner Seite ist und dich (und sich) am Leben halten will! - willst du dann warten, bis es nicht mehr anders geht oder sie lieber regelmäßig einplanen?

In unserer Vorstellung muss eine Pause oft eine Stunde oder länger sein, aber meiner Erfahrung nach machen schon 3-5 Minuten oft einen großen Unterschied aus.
(Pause = Pause und nicht "nebenbei noch eben … machen"!)
"Keine Zeit" ist also eine Ausrede unseres Verstands, aber nicht wahr. 

Lädst du dich so regelmäßig auf wie dein Handy? Falls nicht - warum? 😉
Und: möchtest du das ändern?

Es geht immer wieder darum, neu hinzuspüren: Was tut mir jetzt gut?

Je offener du dafür bist, dass es sich ändern kann, desto leichter fällt es dir, auf das, was du spürst, einzugehen, auch wenn es "anders" oder "komisch" ist. 

Zeit zur Reflexion:

Zu welcher Tageszeit fällt dir Kreatives am leichtesten, und wann passt Routine besser?
Welche Mini-Pausen kannst du regelmäßig in deinen Alltag integrieren?
Was kannst du tun, um deinen Körper zu unterstützen?

Gewohnheitsgedanken

Mein Kopf schaltet bei Kleinigkeiten automagisch in den Panik- und / oder Drama-Modus.
Ich knicke um - das ist bestimmt ein Bänderriss!
Die Katze ist schon 2 Stunden länger als normal draußen - vermutlich wurde sie überfahren.
Mein Mann ruft mich auf dem Weg zur Arbeit an - er muss einen Unfall gehabt haben.
Der Kaminofen "bollert" - gleich fliegt uns das Ding um die Ohren.

Das ist gut zu wissen, weil ich inzwischen oft schon diese Gedanken erwarte (na ... gleich kommt doch wieder Gedanke XY) und / oder selbst drüber lachen muss, anstatt sie zu glauben, mich damit zu beschäftigen und mir wirklich Sorgen zu machen.

Wie ist das bei dir?
Welche Gedanken "besuchen" dich immer wieder?
z.B.: Das ist mir alles zu viel, das ist unfair, ich schaffe das nicht, ein Stück Schokolade, ich kann nicht mehr, ich habe keine Lust, ich halte das nicht aus, warum immer ich, ich sollte/müsste mehr/weniger XY,  …

Gewohnheitshandlungen

Was machst du so automatisch, dass es dir oft erst "zu spät" oder hinterher auffällt?
Zur Zigarette greifen, schimpfen, ein Stück Schokolade essen, dich beschweren, stöhnen, zum Handy greifen, …

Falls dir selbst nichts einfällt, frag gerne die Menschen in deinem Umfeld. Vielleicht haben sie Hinweise für dich.

Entdeckst du Muster oder Situationen, in denen diese Automatismen öfter geschehen?

Prägung - das habe ich so gelernt

Oft hört man etwas wie "bei uns in der Familie ist es eben so", "Ich bin eben so" und damit ist das Thema erledigt.
Was wäre, wenn es zwei Paar Schuhe sind, was man in der Kindheit gehört und gelernt hat und wie man sich selbst als Erwachsener verhält?

Jeder hat in der Kindheit gelernt, was uns vorgelebt wurde.
Dort gab es "übliches Verhalten", das wir als Kind ungefragt übernommen haben. So funktioniert: Beziehung, der Umgang mit Geld, Ernährung, Selbstfürsorge, Miteinander, …
So geschieht lernen.

Und vielleicht haben wir sogar bestimmte Symptome "gelernt", wie z.B. die Tendenz zu Rückenschmerzen oder Magenbeschwerden, aber das ist eine andere Geschichte. 

Die wichtige Frage ist: möchte ich diese Systeme (die mir vielleicht schon damals nicht gefallen haben und ich auch heute noch blöd finde) weiter nutzen?
Oder ist es Zeit für neue Systeme?  
Welches System könnte mich besser unterstützen?

Dazu müssen wir natürlich wissen, dass wir uns JEDERZEIT ändern können. Unabhängig davon, wie lange wir schon unerwünschte Verhaltensweisen mit uns herumtragen. 

Veränderung geschieht durch Erkenntnis und Bewusstsein.
Durch Einsicht - also durch die "Sicht von innen". Wenn wir etwas anderes sehen, eine neue Perspektive einnehmen, dann verändern wir uns.
Und das ist jederzeit möglich.
Jetzt.
In diesem Moment.

Vielleicht hast du in deiner Kindheit auch viel "über dich" gelernt, das du jetzt loslassen oder neu interpretieren möchtest.

Bist du wirklich eine Heulsuse oder einfach sensibel und vielleicht nah am Wasser gebaut?
Bist du "zu viel" oder einfach sehr lebendig, laut, voller Bewegungsdrang und bunt?
Bist du naiv oder siehst du einfach das Gute in Menschen?
Bist du unvorsichtig oder hast du einfach ein gutes Gespür und traust deiner Intuition?

Wenn du mehr über das, was du bist und nicht bist erfahren möchtest, lege ich dir das Buch REAL von Clare Dimond ans Herz.

Was wäre, wenn das, was dir abgesprochen wurde, in Wahrheit deine Superpower ist?

Zeit zur Reflexion:

Welche „bei uns ist es eben so“-Sätze aus deiner Kindheit sind dir eingefallen?
Welche Etiketten (z. B. „zu empfindlich“, „zu laut“, „naiv“) klebst du dir heute manchmal (oder oft) noch selbst an?
Was sind deine typischen Gewohnheitsgedanken?

Was du sonst noch herausfinden kannst:

Bin ich generell leicht abzulenken oder bleibe ich fokussiert?
Bin ich nah am Wasser gebaut oder weine nie?
Bin ich sehr emotional oder behalte meine Emotionen für mich?
Rege ich mich schnell wieder ab oder brauche ich lange?
Bin ich nachtragend oder kann ich Dinge schnell abhaken?
"Muss" ich mit anderen über Sachen sprechen oder mache ich Dinge lieber mit mir selbst aus?
Kann ich gut mit Kritik umgehen oder bin ich nicht wirklich kritikfähig?
Bin ich strukturiert oder eher chaotisch?
Erledige ich etwas schnell oder brauche ich dafür "mehr" Zeit (als andere)?


Diese Liste ist unendlich, denn es gibt sooo viel über uns zu entdecken.

Was hat sich verändert, ohne dass du etwas „gemacht“ hast?

Vielleicht sind dir, während du durch diesen Blogbeitrag gegangen bist, Dinge aufgefallen, die sich bei dir verändert haben, ohne dass du wirklich was dafür gemacht hast und/oder die du bisher noch gar nicht entdeckt hattest.  
Das ist cool und ein Beweis dafür, dass Veränderung auch automagisch geschieht. Leben ist Veränderung - auch wenn wir sie oft nicht wahrnehmen.

Mir kommt gerade etwas in den Sinn, was sich bei mir verändert hat.

Nach einem Workout am Morgen kam mir der Gedanke: Ich könnte jetzt barfuß ins Gras gehen.
Niemand war überraschter über diesen Gedanken als ich selbst, weil ich nie - 2 Tage im Jahr, wenn es hoch kommt - ohne Socken unterwegs bin und "immer" kalte Füße habe. Und dann kommt dieser Impuls, barfuß auf den Rasen zu gehen.
Draußen ist es noch dunkel und als ich rausgucke, sehe ich, dass das Gras ein bisschen weiß und nicht grün ist, weil der erste Bodenfrost eingesetzt hat. Mein Kopf fängt sofort an, mir zu erzählen, warum das ja eine Schnapsidee ist und überhaupt nicht geht.

Trotzdem war ich neugierig, diesem Impuls zu folgen und habe es dann einfach gemacht.
Das heißt, ich bin rausgegangen, mit den Füßen ins Gras.
Es war so viel anders, als ich es mir vorgestellt habe. So schön und angenehm und, ja, kalt, aber es war einfach ein schönes Gefühl und es hat mir gut getan.

Seitdem hatte ich mehrfach den Impuls, morgens noch mal kurz nach dem Sport barfuß auf den Rasen zu gehen. Meist folge ich ihm und mache es, denn ich mag es.
 
Ein "geht gar nicht" hat sich verändert, ohne dass ich was dafür getan habe.

Ohne, dass ich mich dahin gepeitscht habe, weil ich irgendwo gelesen habe, barfuß durchs Gras zu gehen wäre gesund und ich müsste das tun.

Der Impuls war da und ich bin ihm aus Neugier gefolgt, ohne auf die Geschichten zu hören, die mein Kopf mir präsentiert hat. Es war wirklich schön. 

Sich kennenlernen heißt nicht, jemand anders zu werden.
Es heißt, öfter bei sich selbst zu landen. Stück für Stück.
Und manchmal beginnt es mit etwas so Kleinem wie einem Schritt ins Gras ...

Automagische Veränderung

Häufige Stolperfallen:


  • Frühe Stresssignale übergehen; keine Mini-Entlastungen oder Pausen.
  • Selbstverurteilung statt Systemblick („Ich bin falsch“ statt „Mein System passt nicht“).
  • Zu viel auf einmal verändern – Überoptimierung statt kleine Updates.
  • Gegen den eigenen Rhythmus arbeiten und nur auf Willenskraft setzen.
  • Ausnahmen zur neuen Regel machen („einmal“ wird zum Muster) und „Rückfälle“ in alte Verhaltensweisen dramatisieren statt normalisieren.

Woran du merkst, dass du dich besser kennst?


  • Du erkennst früher, wenn du aus dem Gleichgewicht gerätst und findest schneller zu dir zurück.
  • Entscheidungen werden einfacher, weil du weißt, was für dich wichtig und richtig ist.
  • Deine Selbstgespräche werden freundlicher und Selbstverurteilung lässt nach.
  • Beziehungen verbessern sich, ohne dass du daran arbeiten musst.
  • Dein Leben fühlt sich leichter an.

Dieser Beitrag ist "Work in Progress".
Wenn dir also ein Thema oder eine Kategorie auffällt, das/die noch fehlt und unbedingt hinein gehört, dann schreib mir bitte oder poste es als Kommentar. Danke.

Deine Takeaways:

Welche „bei uns ist es eben so“-Sätze aus deiner Kindheit sind dir eingefallen?
Welche Etiketten (z. B. „zu empfindlich“, „zu laut“, „naiv“) klebst du dir heute manchmal (oder oft) noch selbst an?
Was sind deine typischen Gewohnheitsgedanken?

Jetzt bist du dran:

Schreibe mindestens einen Aha-Moment, den du aus diesem Beitrag mitgenommen hast oder etwas, das du näher erforschen möchtest, in den Kommentar und teile den Beitrag mit jemandem, dem er weiterhelfen könnte.

  • Liebe michaela,welch geniale idee,mir zu helfen,wo ich mich gerade befinde in meinem system.deine beispiele sind für mich eine grosse hilfe,offen und ehrlich kommen sie bei mir an.ich werde noch öfters über diese so magischen abschnitte gehen.grossartig,vielen dank.

    • Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Ruth. Deine Freude ist zwischen den Zeilen richtig spürbar.
      Viel Spaß mit dem Beitrag, beim „dich besser kennenlernen“ und beim Spiel mit den Systemen. 😊

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